Kostspielige Panne der Planer

An Ärztehaus gescheitert

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Offenbach - Gefeuerter Planer von Brandschutz im Berliner Flughafen leistete sich schon in Offenbach eine kostspielige Panne. Von Thomas Kirstein

Als die Namen von gefeuerten Führungskräften des Berliner Pannen-Flughafens durch überregionale Medien gingen, waren die Bauherren des größten Offenbacher Ärztehauses perplex. Verbinden die Mediziner Ileana und Marius Mitrenca doch negative und teure Erfahrungen mit dem Ex-Planer der Brandschutzanlage des Hauptstadtflughafens. Nun registrierten sie, dass es dieser Alfredo Di Mauro in eine Schlüsselposition am Berliner Milliardengrab gebracht hatte. Die von ihm verantwortete Entrauchungsanlage gilt als zentrales Problem. So lange sie nicht funktioniert, kann BER nicht eröffnet werden.

In Offenbach war Di Mauro vor zwölf Jahren buchstäblich untergegangen. Wegen mangelhafter Drainage bildete sich im Untergeschoss des ruhenden Rohbaus an der Rowentastraße ein regelrechter See. Dr. Ileana Mitrenca denkt mit Grausen an weitere Mängel im Plan: Aufzüge zu Operationssälen waren zu klein vorgesehen, Elektroinstallationen unzureichend. Di Mauro war den Mitrencas empfohlen worden. Sie verpflichten ihn als Generalübernehmer, ohne zu wissen, dass der Mann gar kein Architekt war und und jemand anders entwerfen ließ.

Fast in die Pleite gerissen

Die Allgemeinärztin erzählt, ihrem Vertragspartner habe das Geld für Vorleistung gefehlt, von ihr überwiesene Raten seien nicht bei beauftragten Firmen angekommen. Der Dachdecker stellte die Arbeit ein. „Di Mauro hat uns fast in die Pleite gerissen“, seufzt sie. Um die 600.000 Euro sei das ein Jahr später als geplant fertiggestellte 7,5-Millionen-Projekt letztlich teurer geworden.

Di Mauro selbst wies 2002 die Vorwürfe zurück. Es habe lediglich Differenzen mit der Bauherrin über die Gestaltung gegeben, sagt er unserer Zeitung. Anders sieht das noch heute der Karlsteiner Architekt und vereidigte Bausachverständige Joachim Schneider. Er hatte das Objekt nach der Trennung von Di Mauro als Retter übernommen und manchen „planerischen Fauxpas“ korrigiert. „Erstmal haben wir über die geschätzten Kosten gelacht, die hätten nicht mal fürs Material gereicht“, erinnert er sich. Über die Berliner Karriere Di Mauros staunt Schneider: „Es gibt Leute, die haben gute Kontakte und eine sehr große Überzeugungskraft.“

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