Ärztehaus für das Zentrum

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Hier muss quasi alles neu gemacht werden: Das alte DGB-Haus in der Innenstadt soll für mehr als zwei Millionen Euro Ärztehaus mit Apotheke werden.

Offenbach ‐ Fünf Jahre lang haben Städter ebenso wie Städteplaner das verlassene und vergammelnde Domizil des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in der Berliner Straße 79 als Wunde im innenstädtischen Baukörper empfunden. Von Marcus Reinsch

Jetzt soll das Gemäuer optisch wie funktional gesunden und seinerseits in exponierter Lage eine heilsame Wirkung entwickeln: Ein Offenbacher Apotheker hat den Komplex vor einigen Monaten von der DGB-Treuhandgesellschaft gekauft, will im Erdgeschoss eine Apotheke und in den vier weiteren Etagen ein Ärztehaus etablieren.

Bau verlangt nach Komplettsanierung

Da ist es nicht damit getan, eingeworfene Fensterscheiben zu ersetzen, vollgeschmierte Wände neu zu streichen und den Eingangsbereich, seit Jahren als Pissoir missbraucht, zu reinigen. Der ramponierte Bau verlangt nach einer Komplettsanierung. Die Entkernung läuft; am Ende werden Fassade, Innenwände, Treppenhaus, Aufzug, alle sanitären und elektrischen Anlagen und - weil der bis zum Abschluss aller Verträge lieber anonym bleibende Investor eine sechste Etage aufs Gebäude setzt - auch das Dach neu sein. Sanierungskosten alles in allem: mehr als zwei Millionen Euro. Kaufpreis? Keine Auskunft.

Start für Anfang August 2010 angepeilt

Zur Hälfte seien die künftigen Räume, 240 Quadratmeter pro Stockwerk für Gemeinschaftspraxen, bereits vermietet, sagt der Apotheker. Zu einem Kinderarzt und einem Allgemeinmediziner sollen sich nach Möglichkeit noch Kardiologen, Onkologen oder Lungenfachärzte gesellen. Läuft alles glatt, könnte das Ärztezentrum wohl zum 1. August 2010 starten. Die Apotheke soll schon im Mai oder Juni, im Idealfall auch früher, öffnen.

Die Verhandlungen seien gut gelaufen, hätten alles in allem maximal zwei Monate gedauert, berichtet der Investor. Gemessen an früheren Versuchen, das alte DGB-Haus zu vermarkten, war das gewissermaßen Lichtgeschwindigkeit. Bisher, heißt es, waren Interessenten stets wieder abgesprungen, weil die Preisvorstellungen seitens der DGB-Treuhandgesellschaft als völlig überzogen galten.

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