„Keine mangelhafte Planung“

Ärztezentrum: Gefeuerte Planer wehrt sich

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Offenbach - Alfredo Di Mauro, vor kurzem gefeuerter Planer der noch nicht funktionierenden Brandschutzanlage des Flughafens Berlins, will nicht auf sich sitzen lassen, dass er vor zwölf Jahren an einem Offenbacher Ärztehaus gescheitert sei.

Wie berichtet, hatten sich die Eigentümer des Objekts an der von der Waldstraße abzweigenden Rowentastraße an ihre Erfahrungen mit dem Geschäftsführer der Bauconsult GmbH erinnert. Allgemeinärztin Dr. Ileana Mitrenca, an der Seite ihres Mannes Marius die Bauherrin, und der später verpflichtete Architekt Joachim Schneider machten Di Mauro im Gespräch mit unserer Zeitung für Baumängel wie unter anderem eine unzureichende Drainage verantwortlich.

Stimmt nicht, erklärt Alfredo Di Mauro, heute in Berlin tätig für die TCI Technik Consult Ingenieurbüro. Er weist daraufhin, dass ein über zehn Jahre dauernder Rechtsstreit mit einem Vergleich vor Gericht geendet habe. Statt der Mitrenca-Forderungen von 357.000 Euro hätten die Beklagten lediglich 6500 Euro „zum Ausgleich wechselseitiger Ansprüche aus dem Bauvorhaben Ärztezentrum Offenbach am Main“ zahlen müssen. Der Sachverständige Schneider hatte die Kosten für die Beseitigung von Mängeln auf 931.000 D-Mark geschätzt.

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Auch der Streit um eine an die Deutsche Bank abgetretene Bürgschaft sei zu Gunsten seiner Firma ausgegangen. Nach Fertigstellung des Rohbaus war 2002 an der Rowentastraße ein Problem offenkundig geworden. In der Tiefgarage staute sich das Wasser zu einem regelrechten See. Alfredo Di Mauro bestritt vor Gericht und betont auch heute noch, dass dies nichts mit mangelhafter Entwässerungsplanung (er ist selbst kein Architekt, hatte den Auftrag innerhalb seines Büros vergeben) zu tun gehabt habe: „Die Dachdeckerfirma hatte zu Recht Behinderung angemeldet, die meines Erachtens vom Bauherrn zu verantworten waren.“

Auch sei der Aufzug nicht, wie von den Mitrencas beklagt, zu klein geplant worden, korrigiert Di Mauro. Für ihn stellt es sich so dar: „Ich habe vortragen lassen, dass die Größe des Aufzugs gemeinsam mit den Beklagten und Mietinteressenten abgesprochen und so für zutreffend erachtet worden sei. Im Übrigen sei ein zweiter Aufzug zwischen dem jetzigen Gebäude und einem zweiten Bauabschnitt vorgesehen gewesen, der größer und für eine Trage oder ein Krankenbett geeignet sein sollte.“

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tk

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