Offenbacher Agentur für Arbeit

Gute Chancen für Jugendliche

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Offenbach - Das Rennen um die Ausbildungsstellen hat begonnen. Die Agentur für Arbeit appelliert daher an Schüler, sich schon auf die Suche nach einer Lehrstelle zu machen. Von Lena Marie Jörger 

Kaum sind Halbjahreszeugnisse verteilt, geht für viele Jugendliche die Suche nach einer Lehrstelle los. Zumindest, wenn es nach der Agentur für Arbeit geht. Sie rät: frühzeitig auf die Suche gehen. „Viele Jugendliche fragen sich, ob sich das überhaupt noch lohnt, weil sich viele andere ja schon beworben haben“, sagt Thomas Iser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Offenbacher Arbeitsagentur. „Aber es lohnt sich auf jeden Fall.“

Eine Ansicht, die Friedrich Rixecker, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach, teilt: „Je früher man beim Thema Ausbildung an den Start geht, desto besser sind die Chancen, dass die getroffene Entscheidung Hand und Fuß hat.“ So habe man genug Zeit, sich zu überlegen, wohin der Berufsweg wirklich gehen solle. „Außerdem können Betriebe aus einem viel größeren Pool an interessierten Bewerbern schöpfen.“

„Positive Entwicklung“

Derzeit seien 1650 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz und 1250 offene Stellen seien bei der Agentur für Arbeit gemeldet. „Im Vergleich zum Vorjahr sind das etwa 100 Stellen mehr“, stellt Iser fest. „Das ist eine positive Entwicklung.“ Dennoch fehlten insbesondere im Handwerk weiterhin Stellen in Stadt und Kreis Offenbach. „Wir appellieren daher an die Unternehmen, uns freie Lehrstellen unbedingt zu melden, damit wir sie dann auch an Jugendliche weitervermitteln können“, sagt Iser.

Und auch für die Schüler hat er einen Rat: „Gebt nicht gleich auf, wenn es mit dem Wunschberuf nicht klappt.“ Am beliebtesten seien immer noch Kaufmann im Einzelhandel, medizinischer Fachangestellter, Verkäuferin, Bürokaufmann und Kfz-Mechatroniker. Im vergangenen Jahr kamen in diesen Berufen etwa 1000 Bewerber auf nur 400 Lehrstellen. „Angebot und Nachfrage klappen da weit auseinander, daher ist es wichtig, Alternativen zu suchen, zum einen innerhalb eines bestimmten Berufsfelds, aber sich zum anderen auch über das Berufsfeld hinaus“, rät Iser. Das Problem liege allerdings häufig in der Unwissenheit der Jugendlichen. „Meistens basiert der Wunsch nach einem bestimmten Beruf auf falschen Informationen, viele wissen nicht, welche Berufe wie miteinander verwandt sind“, meint Rixecker von der IHK.

Ein Trend hält weiter an

Viele Schüler seien zudem unentschlossen was die Berufswahl angehe. „Der Trend zum Besuch weiterführender Schulen hält auch deshalb weiter an“, sagt Iser. „Aber nicht jedem ist mit einem weiteren Jahr auf der Schule geholfen.“

Bernd Sieber, Geschäftsbereichsleiter berufliche Bildung der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, klagt: „Gerade im Handwerk bekommen wir zu spüren, dass immer mehr junge Leute länger die Schulbank drücken, statt sich auf die Chance einer Ausbildung einzulassen.“ Dabei habe man mit einer betrieblichen Ausbildung die gleichen Karrieremöglichkeiten. Mittlere Reife und Fachhochschulreife könnten auch parallel zu einer dualen Berufsausbildung erreicht werden.

Insgesamt stünden die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt im Rhein-Main-Gebiet derzeit gut. „Etwa die Hälfte der Jugendlichen aus Stadt und Kreis Offenbach suchen eine Lehrstelle in Frankfurt oder Darmstadt“, sagt Iser. „Das liegt daran, dass es im Vergleich in Offenbach weniger Stellen gibt.“ So kämen auf einen Ausbildungsplatz im Schnitt 1,8 Bewerber, während es in ganz Hessen nur 1,3 sind.

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Vor allem in Bauberufen wie Maurer oder Fliesenleger, in Nahrungsmittelberufen wie Bäcker und Metzger sowie in Sanitärberufen fehlen aber Bewerber. „Der Bedarf ist da, es gibt viele Plätze, aber einfach keine Interessenten“, sagt Handwerkskammer-Experte Sieber. Er und auch Iser fordern daher, dass Firmen den Fokus nicht nur auf den Notendurchschnitt legen sollten. „Stattdessen sollten sie auch Jugendlichen eine Chance geben, deren schulische Leistungen nicht überzeugend sind, beispielsweise durch Praktika.“

Wer sich noch nicht für einen Beruf entscheiden kann, der hat am Donnerstag Gelegenheit, sich zu informieren: Von 8 bis 18 Uhr laden die Arbeitsagenturen in Offenbach, Rodgau, Seligenstadt und Langen zum Tag der offenen Tür ein.

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