Familienfreundlichkeit wichtig

Offenbach - Mit einem umfangreichen Service will die Agentur für Arbeit Offenbach Unternehmern bei der Suche nach Mitarbeitern unter die Arme greifen.

„Wir beraten zur Formulierung des Stellenprofils, das in die Jobbörse eingestellt wird, wir treffen eine Vorauswahl nach individuell zusammengestellten Kriterien und suchen bundesweit oder regional, wir binden ein berufspsychologisches oder medizinisches Expertenteam in die Bewerberauswahl mit ein“, sagte Britta Kindermann, Teamleiterin im Arbeitgeber-Service, in einem Interview mit unserem Redaktionsmitglied Marc Kuhn.

Frau Kindermann, seit wann gibt es bei der Offenbacher Agentur für Arbeit einen Arbeitgeber-Service?

Die Bundesagentur für Arbeit hat sich schon lange in ein modernes Dienstleistungsunternehmen verwandelt. Man hat erkannt, dass wir nur erfolgreich Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren können, wenn man mit Arbeitgebern im Dialog ist und auf deren Bedürfnisse eingeht.

Was bieten Sie Firmen?

Der Arbeitgeber-Service hat drei Schwerpunkte: Wir vermitteln die passenden Bewerber auf offene Stellen. Wir informieren über Fördermöglichkeiten und wir unterstützen bei einer familienfreundlichen Personalpolitik. Die wird in Zukunft immer wichtiger werden. Dabei arbeiten wir eng mit der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt zusammen.

Warum?

Arbeitgeber spüren schon heute, dass sie sich bei gut ausgebildeten Fachkräften einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können. Frauen und immer mehr Männer beurteilen die Attraktivität eines Arbeitgebers auch danach, ob er ihnen ermöglicht, Familienarbeit mit der Berufstätigkeit zu verbinden. Mit familienfreundlicher Personalpolitik können kluge Arbeitgeber punkten.

Was für einen Vorteil hat ein Arbeitgeber, wenn er eine offene Arbeits- oder Ausbildungsstelle bei ihnen meldet?

Er erhält ein Rundum-Angebot unserer Dienstleistungen, aus dem er auswählen kann. Innerhalb von zwei Tagen wird er beraten, welches der beste Weg ist, die Stelle zu besetzen. Das reicht vom Einstellen des Angebots in die Jobbörse (http://jobboerse.arbeitsagentur.de) und hört bei der Präsentation einer festgelegten Zahl von Bewerbern noch lange nicht auf. Auf Wunsch beraten wir auch gern vor Ort in den Unternehmen.

Auch wenn ein Arbeitgeber unrealistische Vorstellungen hat von dem, was er für ein bestimmtes Gehalt erwarten kann?

Das kommt selten vor; die Unternehmen haben ein sehr genaues Gespür dafür, was machbar ist und was nicht. Außerdem beraten wir ausführlich dazu. Wir kennen den Markt vor Ort, beobachten die Entwicklungen über lange Zeiträume hinweg und kennen die besten Strategien.

Unternehmen haben ganz unterschiedliche Methoden der Personalrekrutierung. Können sie das mit ihrem Serviceangebot überhaupt abbilden?

Das ist es ja gerade, was uns so attraktiv macht. Wir beraten zur Formulierung des Stellenprofils, das in die Jobbörse eingestellt wird, wir treffen eine Vorauswahl nach individuell zusammengestellten Kriterien und suchen bundesweit oder regional, wir binden ein berufspsychologisches oder medizinisches Expertenteam in die Bewerberauswahl mit ein. Wir helfen, wenn ein Betrieb neu ausbilden will. Wir organisieren Bewerbertage für Unternehmen, die aus einem größeren Pool von Leuten schöpfen wollen. Wir stellen sogar Räume zur Verfügung für Unternehmen, die Personalgespräche in einem neutralen Rahmen führen wollen.

Und alles kostenlos?

Alles kostenlos.

Was tun sie für den kleinen Handwerksbetrieb, der Probleme hat, Lehrlinge zu finden?

Gerade die mittelständischen Betriebe profitieren sehr davon, wenn sie uns offene Ausbildungsstellen melden. Wir sind in ständigem Austausch mit der Berufsberatung, bei der sich die ausbildungssuchenden jungen Leute melden. Wir kennen also beide Seiten: die Unternehmensseite ebenso wie die der Bewerberinnen und Bewerber. Daher sind wir mittelbar auch in Kontakt mit den jungen Leuten selbst und klären geeignete Ausbildungsplatzsuchende darüber auf, welche Chancen auch unpopuläre Berufe bieten.

In der letzten Zeit ist viel die Rede von der Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland. Bekommt man auch dabei Hilfe von ihnen?

Selbstverständlich. Gemeinsam mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung suchen wir auch auf dem internationalen Markt. Das ist ein stetig wachsendes Segment, auf das in Zukunft sicher noch mehr Unternehmen zugreifen werden. Dafür sind wir gerüstet. Aber warum in die Ferne schweifen? In Offenbach gibt es gut qualifizierte Fachkräfte, die bei „manroland“ gearbeitet haben und jetzt eine neue Stelle suchen. Die würde ich jedem Arbeitgeber mit entsprechendem Personalbedarf zuerst empfehlen.

Was hat es mit dem Arbeitgebernewsletter auf sich?

Mit dem Newsletter informieren wir Arbeitgeber auf einen Blick über das aktuelle Arbeitsmarktgeschehen, neue gesetzliche Regelungen sowie Fördermöglichkeiten bei Ausbildung, Weiterbildung und Einstellung. Der Newsletter erscheint vierteljährlich und kann abonniert werden unter http://www.ba-arbeitgebernews.de. Oder einfach dem zuständigen Arbeitsvermittler Bescheid geben, der kümmert sich dann um alles Weitere.

Wie können interessierte Unternehmen mit ihrem Team in Kontakt treten?

Indem sie zum Telefonhörer greifen. Unter 01801/664466 sind wir täglich von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Oder sie schreiben eine E-Mail an Offenbach.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de. Wir melden uns dann innerhalb von 48 Stunden. Versprochen.

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Matthias Balzer

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