Offenbacher Agentur Staxite

Ja zur Anti-Hochzeit

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Wenn die Ehe in die Brüche geht, bleibt oft jede Menge Wut auf den Ex-Partner zurück. Bei Scheidungspartys lassen Entliebte ihren Gefühlen freien Lauf.

Offenbach - Eine Scheidung kostet Kraft und Geld. Wer noch beides übrig hat, kann seine Trennung dank der Offenbacher Agentur Staxite mit ungewöhnlichen Aktivitäten feiern. Von Sarah Neder 

Eigentlich hat sich Carsten Sallmann auf Junggesellenabschiede spezialisiert. Im In- und Ausland vermittelt er zukünftigen Bräuten und Gatten sowie deren Trauzeugen und Freunden außergewöhnliche Party-Pakete für die letzte Feier als Ledige. Doch wieso nur von den Heiratenden profitieren? Bei einer Reise nach Las Vegas entdeckte der 34-Jährige eine weitere Zielgruppe für seine Offenbacher Agentur: Geschiedene. „In den USA ist es üblich, Scheidungen genauso zu feiern wie Hochzeiten“, erklärt Sallmann. Auch in Deutschland gebe es Bedarf, immerhin gehe jede zweite Ehe in die Brüche, so der verheiratete Geschäftsmann. Über seine Agentur Staxite können Ex-Ehefrauen und -männer Programme und Zubehör für die Anti-Hochzeit bestellen. Er und seine Mitarbeiter organisieren dann eine Frust-Feier nach persönlichen Vorstellungen. „Der Fantasie sind dabei fast keine Grenzen gesetzt“, verspricht Sallmann. Unter der Kategorie Aggressionsbewältigung können die Entliebten im Internet individuelle Angebote auswählen, um mal so richtig Dampf abzulassen.

Und das deutschlandweit: Gebrochene Herzen können in Düsseldorf mit dem Vorschlaghammer Autos zertrümmern, in Berlin mit einem 60 Tonnen schweren Panzer über eine Buckelpiste rollen oder in Stuttgart mit Pfeil und Bogen auf das Konterfei des Ex-Partners schießen. Weitere Ideen Sallmanns: Eine Hochzeitstorte auf deren Spitze sich Braut und Bräutigam die Gurgel zudrücken, Voodoo-Puppen, an denen die Wut auf den Ex-Partner abgelassen werden kann oder Fotoshootings, bei denen Bräute ihre Kleider zerreißen.

Des grotesken Beigeschmacks der Scheidungspartys ist sich Sallmann bewusst: „Eine Trennung ist zunächst kein Grund zum Feiern.“ Dennoch sieht er in seinem zweiten Standbein keinen Widerspruch zu den Junggesellenabschieden. Er sorge ja nicht für die Scheidung der Paare, sondern biete nur eine Anlaufstelle für Geschiedene. Er findet sogar, dass beide Party-Modelle einiges gemeinsam haben: „Eine Trennung ist gleichzeitig auch ein neuer Lebensabschnitt, der gefeiert werden kann – wie eine Verlobung. “

Adel zwischen Liebesglück und Scheidungsrichtern

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Oft buchten beide Zielgruppen ähnliche Programmpunkte, wie Striptease, Partybusse oder Wellnesswochenenden. Agenturchef Sallmann schwört auch auf eine psychologische Wirkung der Scheidungspartys: „Nach dem anstrengenden Behördenmarathon, den mancher hinter sich bringen muss, kann so eine Party ein echter Befreiungsschlag sein.“ Auch im Scheidungsparty-Programm: Speed-Dating. Innerhalb weniger Minuten lernt der Frisch-Getrennte eine Handvoll potentieller Partner kennen. Wenn es dabei so richtig funken sollte, kann sich Sallmann bald über die nächste Buchung freuen.

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