Ahnungslos auf die schiefe Bahn

Offenbach (tk) - Der lukrative Nebenjob aus dem Internet macht aus einem bislang unbescholtenen Offenbacher womöglich einen Vorbestraften, der sich auf zivilrechtliche Geldforderungen von Betrogenen einstellen muss.

Obwohl er laut Polizei nicht in böser Absicht handelte, muss sich der 32-Jährige wegen Geldwäsche und Beteiligung am Warenbetrug verantworten.

Seit Ende September führten Spuren die ermittelnden Betrugskommissare immer wieder zu dem Mann. Nun klickten die Handschellen. Anschließend gab der Festgenommene für die Polizei glaubhaft an, dass er selbst Schwindlern aufgesessen sei.

Über eine Annonce im Internet war er an dubiose Arbeitgeber geraten, die ihm einen anständigen Lohn für das Weiterleiten von Geldbeträgen und Warensendungen versprachen. Nach bisheriger Recherche versandte der Mann wenigstens zwölf Päckchen und stattliche Bargeldbeträge. Die Waren, die ins Ausland gingen, wurden im Internet bestellt und mittels ausgespähter Daten ahnungsloser Kontoinhaber beglichen. Der Schaden geht vorsichtig geschätzt in die Tausende, die genaue Summe ist noch nicht beziffert.

Die Kriminalpolizei warnt eindringlich davor, auf die zunehmend im Internet und per E-Mail offerierten lukrativen Jobs als „Finanzagent“ einzugehen. Nicht immer sind solche Angebote so leicht durchschaubar wie im geschilderten Fall.

Etwa beschäftigt die Ermittler immer wieder diese Masche: Auf Privat- oder Firmenkonten wird ein größerer Betrag überwiesen; unter Hinweis auf ein Versehen meldet sich dann der „Geschäftspartner“ und bittet, die Summe an ein anderes Konto, zumeist im Ausland, zu überweisen. Wegen der Unannehmlichkeiten wird in der Regel ein kleinerer Geldbetrag versprochen, den der Kontoinhaber behalten darf. Tatsächlich geht es um Verschleierung von Finanzflüssen. Und wer bei Geldwäsche hilft, macht sich schuldig.

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