Interesse für Ingenieurberufe

Roboter kreisen in der Mensa

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Sie machen mit: 16 Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule gehören der Junior-Ingenieur-Akademie an, werden sich in vier Halbjahren vertieft dem Thema Robotik widmen.

Offenbach - Die Albert-Schweitzer-Schule hat ihr naturwissenschaftlich-technisches Angebot ausgebaut. In einer Junior-Ingenieur-Akademie beschäftigen sich 16 Achtklässler in den nächsten zwei Jahren in Kooperation mit Firmen mit dem Bau von Robotern. Von Matthias Dahmer

Die Klagen der Wirtschaft sind nicht neu, und sie werden lauter: Es fehlt an Fachkräften in den Ingenieurberufen. Friedrich Rixecker von der IHK gießt am Donnerstagabend den Mangel in Zahlen: In den nächsten Jahren fehlen hessenweit 1500 studierte Ingenieure und Informatiker, im IHK-Bezirk werden es 280 sein. „Bei den Fachkräften mit Berufserfahrung sieht es noch dramatischer aus“, sagt Rixecker bei der offiziellen Eröffnung der Akademie am Gymnasium.

Bis das Projekt, bei dem sich die Achtklässler dem Thema Robotik widmen, für die Albert-Schweitzer-Schule an Land gezogen war, bedurfte es einiger Vorarbeit, berichten die Initiatorinnen, die Informatik-Lehrerinnen Eva Segeritz und Lea Wendisch. Vor allem galt es, im entsprechenden, von der Deutschen Telekom Stiftung ausgelobten bundesweiten Wettbewerb zu bestehen. Am Ende waren die Offenbacher mit 13 weiteren Schulen dabei, sind nun finanziell mit 10 000 Euro ausgestattet. Das Netzwerk der Junior-Ingenieurs-Akademien umfasst mittlerweile 54 Schulen in Deutschland.

Einblicke in die Ausbildung

Die Akademie, die den Schülern Einblicke in die Ausbildung und den Berufsalltag von Ingenieuren und Wissenschaftlern geben soll, läuft über vier Halbjahre. Am Anfang stehen Grundbegriffe der Robotik auf dem Programm, soll den Teilnehmern aber auch Arbeitssorganisation, wie beispielsweise Teambildung, beigebracht werden.

Im zweiten Halbjahr geht’s um die Hardware, soll aber auch an Wettbewerben teilgenommen werden. Die Roboter-Olympiade, ein internationales Kräftemessen von technik-begeisterten Jugendlichen, soll an die Schweitzer-Schule geholt werden. Software und Programmieren sind im dritten Halbjahr angesagt. Im vierten werden die Schüler ihre Projekte abschließen und können bei der Erörterung ethischer Fragen zur Robotik über den Tellerrand hinausschauen.

Zum Akademie-Konzept gehört die Kooperation mit Unternehmen und Institutionen in Form von Praktika, Workshops und Exkursionen. Begleiter und Unterstützer der Offenbacher Pläne waren von Anfang an IBM und die Fachhochschule Frankfurt. Hinzu kommen die Firma ABB sowie die Arbeitsgruppe „Bembelbots“ der Goethe-Uni Frankfurt, ein Roboter-Fußball-Team der Hochschule.

Friedrich Rixecker sagt für die IHK deren Unterstützung bei dem Projekt zu, zeigt sich erfreut, dass auch Mädchen mitmachen. Deren Interesse für technische Berufe sei in der Regel ja eher „homöopathisch ausgeprägt“, meint er. Schulleiter Ulrich Schmidt kann davon berichten, dass die beteiligten Schüler „fasziniert und motiviert“ seien. Er habe schon Roboter in der Mensa kreisen sehen und sei sicher: „In diesem Projekt wird Praxis geübt.“

Ohnehin, so Schmidt, habe das Gymnasium die naturwissenschaftlich-technischen Fächer im Blick. Ein Schwerpunkt liege bei der Informatik. „Wir werden künftig dazu einen Leistungskurs anbieten“, kündigt er an.

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