Aktionen und Infos ums Rad

Sattelfest auf dem Aliceplatz gut besucht

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Ihre Geschicklichkeit beim Radfahren testeten die jungen Besucher des Sattelfestes.

Offenbach - Bei passenden Temperaturen feiern die AG Radverkehrsförderung und ihre Partner am Samstag das Sattelfest in der Veranstaltungsreihe „Alice im Sommerland“. Der Tag rund ums Velo bietet Infos und Aktionen für Radler. Von Anna Kirschner 

Nicole Vogel und ihre Kolleginnen von der Jugendverkehrsschule haben mitten auf dem Aliceplatz einen Geschicklichkeitsparcours für Fahrräder aufgebaut. Während die Kinder ihre Motorik trainieren, ergattern Besucher Fahrradstadtpläne und Radwegkarten für die Region. Detlev Dieckhöfer und seine Kollegen am ADFC-Stand haben aber nicht nur damit alle Hände voll zu tun: Sie kodieren auch Fahrräder. Dabei werden individuelle Nummern in die Rahmen eingraviert. Das ist gut so, ist die Nummer doch Voraussetzung dafür, das Rad im Falle eines Diebstahls zu identifizieren. Zwar ist die Zahl der Fahrraddiebstähle in Offenbach gesunken: Laut der Statistik des Polizeipräsidiums Südosthessen wurden 2017 in der Stadt 73 Räder weniger als im Vorjahr gestohlen. Von den insgesamt 497 Diebstählen wurden aber nur 6,8 Prozent aufgeklärt.

Deshalb ist auch Polizeihauptkommissar Marco Böhm dabei und zeigt, wie Diebstahlschutz funktioniert. Neben der Nummerngravur zählt vor allem das anständige Schloss. „Die meisten Leute haben fünf bis zehn Euro billige Spiralkabelschlösser, aber die sind völliger Mist“, so Böhm. Auch 20 Euro kostende Stahlschlösser aus dem Baumarkt würden nicht viel helfen: „Da hau ich einmal mit dem Hammer drauf, dann sind die durch.“ Für ein ordentliches Schloss müsse man schon 100 Euro investieren. Dann bekomme man ein gutes Falt- oder Bügelschloss aus speziellem Werkzeugstahl. Mit viel Körpereinsatz macht Böhm vor, wie er ein Faltschloss erst mit einem 25 Kilogramm schweren Bolzenschneider von der Feuerwehr und Hilfe eines Kollegen knacken kann.

Die kostenlose „Fahrradpass“-App der Polizei vervollständigt den Diebstahlschutz: Darin können die wichtigen Angaben über das eigene Velo gespeichert werden, sodass die Daten im Falle eines Diebstahls schnell zur Hand sind. Allein mit ordentlichen Schlössern aber, so schätzt Böhm, ließe sich die Diebstahlrate um 90 Prozent senken.

Von fünf bis 350 Euro! Diese Bußgelder drohen Radfahrern

Auf der anderen Seite des Platzes versuchen sich die Besucher derweil am Glücksrad, das unter anderem mit einer Tandemfahrt als Gewinn lockt. Damit wirbt der Tandemclub Offenbach für seine Tätigkeit: Seit mehr als 25 Jahren organisiert der Verein Fahrten für Piloten und sehbehinderte oder blinde Co-Piloten zur gemeinsamen sportlichen Betätigung.

Das Sattelfest haben Nina Merten und Anna-Christine Sander vom Umweltamt organisiert, um Werbung fürs Radfahren zu machen. Schließlich ist ein Ziel der städtischen „Klima.Schutz. Aktion“, den Radverkehrsanteil im Stadtverkehr deutlich zu erhöhen. „Die Gründe fürs Fahrradfahren für den Klimaschutz sind eindeutig. Ein Viertel des CO2-Ausstoßes entfällt auf den Straßenverkehr. Durch den konzentrierten Stadtkern sind in Offenbach viele Wege kürzer als fünf Kilometer und auch wegen der ebenen Topographie ist es hier ideal zum Fahrradfahren“, erklärt Sander. Die Anpassung an den Klimawandel sei auch in Bezug auf die Mobilität in der Stadt dringend notwendig. Bei künftig häufigeren Hitzetagen – wie an diesem wolkenfreiem und 26 Grad warmen Aprilsamstag, potenzieren sich die negativen Effekte der Autoabgase und des Feinstaubs.

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