Kaum noch Lust auf Turbo

Albert-Schweitzer-Schule: Rückkehr zu G9

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Offenbach - Das staatlich verordnete Experiment, den Weg zum Abitur in nur acht Jahren zu ebnen, mündet in Offenbach nicht in eine Dauereinrichtung an den Gymnasien. Die höheren Schulen der Stadt haben kaum noch Lust aufs Turbo-Abi als Regelangebot. Von Thomas Kirstein 

Nach Marien- und Leibniz- kehrt auch die Albert-Schweitzer-Schule zu G9 zurück. Allein das Votum der Rudolf-Koch-Schule zu der vom Kultusministerium gestatteten Wahlfreiheit steht noch aus. Kurz vor den Weihnachtsferien hat die Albert-Schweitzer-Schulkonferenz mit großer Mehrheit beschlossen, dass dieses Gymnasium wieder eine G9-Schule wird. Das bedeutet, dass vom Schuljahr 2014/15 an die neu Aufgenommenen der Jahrgangsstufe 5 das Gymnasium neun Jahre besuchen werden. Für die anderen bleibt es bei der kürzeren Schulzeit.

Diesem Beschluss haben sämtliche Schulgremien zugestimmt. Das entsprechende Konzept für G9 sei lange und gründlich in der Schulgemeinde diskutiert und entwickelt worden, so eine Pressemitteilung. Der Gedanke im Mittelpunkt: „Den Schülern soll mehr Lernzeit gegeben werden, in der sie eine den gymnasialen Anforderungen entsprechende Lernkultur entwickeln können, damit sie ihre Stärken und Talente entfalten, aber auch Defizite aufholen können.“

Soziales und interkulturelles Lernen

Ebenso hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass soziales und interkulturelles Lernen sowie persönliche Entwicklung mehr Zeit brauchen. Fazit an der Schweitzer-Schule: „In der Erwartung, dass diese Lern- und Entwicklungszeit bei einer Schulorganisation nach G9 in größerem Maß zur Verfügung steht, wünscht die Schulgemeinde eine Umwandlung in eine G9-Schule.“ Jedoch geht man davon aus, dass das bisherige System viele positive Entwicklungen gebracht habe. Daher könne eine Umwandlung nicht eine Rückkehr zum alten G9-System sein, sondern müsse die positiven Elemente von G8 aufnehmen.

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So hält man sich immer noch ein 8er-Türchen offen. Am Leibniz, einst der örtliche Vorreiter in Sachen G8, soll es weiterhin ein Angebot für Schüler geben, die glauben, mit einem Jahr weniger auskommen zu können. Bei Schweitzers gibt es am Ende der Mittelstufe Unterstützung „für besonders leistungsstarke Schüler, die eventuell eine Jahrgangsstufe überspringen wollen“.

Weiterführende Schulen in Offenbach

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Die Lernzeit vor allem der Jüngeren soll allmählich so gestaltet werden, dass Unterricht und außerunterrichtliche Angebote verzahnt werden. Das soll eine bessere Verteilung von Übung, Vertiefung, individueller Förderung, Anregung und Erholung ermöglichen. Dazu sind neben Regelunterricht auch andere verbindliche Angebote am Nachmittag möglich. Die Schule an der Waldstraße will weiter ein verlässliches Ganztagsangebot von 7 bis 17 Uhr für Schüler bereitstellen, deren Eltern diese Betreuung wünschen.

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