Offenbacherin erobert Modewelt

Festliche Kreationen aus Samt und Seide

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Die Schmuckstickerei ist sehr zeitaufwändig, aber Alexandra Fuks liebt den barocken Stil.

Offenbach - Winzige Perlenketten reihen sich über den feinen Stoff. Dazwischen schlängeln sich üppige Brokatbänder, Spitze und Stickereien. Alexandra Fuks liebt Details. Von Rebecca Röhrich 

„Ich kombiniere modische Aspekte der Barockzeit und des Rokoko mit schlichten Schnitten“, erzählt die junge Designerin. Diesem ungewöhnlichen Geschmack ist es vermutlich zu verdanken, dass die Offenbacherin bereits in ihrem ersten Lehrjahr als Maßschneiderin beim Frankfurt Style Award, einem Nachwuchswettbewerb für Mode, den ersten Preis gewonnen hat. „Das war das zweite selbstgemachte Kleid in meinem Leben“, sagt sie und lacht. Das schmal geschnittene Etuikleid ist hochgeschlossen und in komplexer Wattetechnik mit Perlen und Spitze komplett bestickt. Ein Kleid für festliche Anlässe.

„Abendkleider sind schon meine Richtung“, sagt die junge Frau, die erst vor sechs Jahren aus Kasachstan nach Deutschland kam. Ihre Ausbildung machte sie an der Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach. Seit wenigen Wochen hat sie ihr Abschlusszeugnis in der Tasche. Die letzte Zeit sei anstrengend gewesen, erzählt die 23-Jährige. Neben Abschlussprüfungen habe sie gleichzeitig an einem Kleid für den Frankfurt Style Award gearbeitet. Denn auch dieses Jahr steht sie im Finale und musste nach dem erfolgreich eingereichten Entwurf das Designerstück auch tatsächlich nähen und der Jury vorlegen.

So ein Kleid zu schneidern, ist sehr viel Arbeit. Fuks saß drei Monate jede freie Minute an ihrem Stück. Dieses Jahr geht sie mit einem langen Samtkleid, wieder mit feinen Stickereien versehen, ins Rennen. Für Fuks wäre ein Sieg vielleicht sogar ein bisschen wichtiger als der vor zwei Jahren. „Der Wettbewerb ist internationaler geworden“, erzählt sie. 2013 seien nur deutschsprachige Länder beteiligt gewesen. Die Finalisten kommen diesmal aus 31 Ländern aus aller Welt. Insgesamt 82 Modeschulen haben ihre Nachwuchstalente ins Rennen geschickt.

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Fuks ist ehrgeizig. Schnell hat sie Deutsch gelernt. Durch die Umsiedelung nach Deutschland habe sie „leider ein paar Jahre verloren“. Gern hätte die Offenbacherin ihr Fachabitur gemacht und danach Grafikdesign studiert. Aber dafür hat ihr Abschluss aus Kasachstan nicht gereicht. Die Ausbildung zur Maßschneiderin war also zunächst eine Verlegenheitsentscheidung, die aber letzlich zu ihrem Glücksfall wurde. „Ich habe das gefunden, was ich beruflich machen will“ sagt Fuks und wirkt sehr zufrieden.

Jetzt träumt sie davon, Textildesign an der Hochschule der Künste in Berlin zu studieren. Aber erstmal wünscht sie sich, bei den Frankfurt Style Awards zu gewinnen. Ob der Wunsch in Erfüllung geht, erfährt sie am 5. September: Dann wird der Preis in Frankfurt bei einer festlichen Gala verliehen. Neben einem Geldpreis, der vor allem die Kosten für das Material deckt, können sich die Erstplatzierten auf Praktika bei renommierten Modedesignern freuen.

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