Offenbacher Terrorhelfer vor Gericht

Offenbach - Möglicherweise haben Ermittler Schlimmeres verhindert: Ein junger Offenbacher steht vor Gericht, weil er die Terrororganisation Al-Kaida unterstützt haben soll. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, einen Anschlag vorbereitet zu haben.

Ein 25-Jähriger muss sich wegen Unterstützung der Terrororganisation Al-Kaida vor dem Staatsschutzsenat in Frankfurt verantworten. Dem Deutsch-Türken aus Offenbach wird vorgeworfen, in drei Fällen um Mitglieder und Unterstützer für das Terrornetzwerk im Ausland geworben zu haben.

Außerdem soll er eine Sprengstoffexplosion vorbereitet und einen zu Anschlägen entschlossenen Islamisten Tipps für eine solche Straftat gegeben haben, wie das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt mitteilte. Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe hatte im Januar Anklage gegen den 25-Jährigen erhoben. Der Prozess beginnt am 12. August in Frankfurt.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im September und Oktober 2007 Propagandavideos von Osama bin Laden und der Al-Kaida ins Internet gestellt zu haben. Darunter waren Aufnahmen von Anschlägen, Abschiedsbotschaften von Selbstmordattentätern und Ausschnitte aus Reden von Anführern des Terrornetzwerks. Darin seien unter anderem Muslime zu Anschlägen in Europa aufgefordert worden, erklärte das Gericht.

Bis zu seiner Verhaftung am 1. Oktober 2009 soll der Beschuldigte zudem eine Sprengstoffexplosion gegen Einrichtungen des US-Militärs oder deutsche Politiker vorbereitet haben. Dazu habe er im Internet über Sprengstoffe und elektronische Fernzündvorrichtungen recherchiert. Er habe beim Surfen auch nach Rechtsgutachten islamischer Prediger gesucht, die die Tötung von Ungläubigen und Abtrünnigen rechtfertigen.

Im Haus seiner Eltern habe er zudem Fernzündungsvorrichtungen und selbst hergestellte kleinere Mengen eines explosionsgefährlichen Gemischs aufbewahrt, heißt es in der Anklage. Dem 25-Jährigen wird zudem vorgeworfen, im September 2009 einen zu Anschlägen entschlossenen „aktiven Bruder“ auf dessen Bitte über leistungsstarke Ammoniummitrat-Mischungen informiert und deren Wirkung auf Gebäude erläutert zu haben. Der Haftbefehl gegen den Beschuldigten, der bis Ende Juli 2010 in U-Haft saß, ist gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

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