Alkoholische Amokfahrt

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Einem Mühlheimer, der am Samstagabend mit seinem Opel in der Waldheim-Siedlung Amok fuhr, schmerzt sein Schädel jetzt dreifach.

Offenbach ‐ Einem Mühlheimer, der am Samstagabend mit seinem Opel in der Waldheim-Siedlung Amok fuhr, schmerzt sein Schädel jetzt dreifach. Von Marcus Reinsch

Erstens, weil er im Bischofsheimer Weg schätzungsweise 20.000 Euro Gesamtschaden an fünf Autos, einem Verkehrsschild und einer Straßenlaterne anrichtete. Zweitens, weil er dabei so betrunken war, dass es an ein Wunder grenzt, dass am Ende nur er selbst mit schweren Kopfverletzungen in die Uni-Klinik in Frankfurt gebracht werden musste. Und drittens, weil ihm spätestens nach seiner Genesung die strafrechtlichen Aspekte dieses Abends eine Menge zusätzliches Kopfzerbrechen bereiten werden.

Erst Straßenlaterne bringt Omega zum Stehen

Einem Mühlheimer, der am Samstagabend mit seinem Opel in der Waldheim-Siedlung Amok fuhr, schmerzt sein Schädel jetzt dreifach.

Von vorne: Der 34-Jährige hatte es trotz seines Zustands in seinem Omega um 18.11 Uhr bis in den Bischofsheimer Weg geschafft, nachdem er im Alten Frankfurter Weg der benachbarten Mühlheimer Rote-Warte-Siedlung schon zwei geparkte Autos geschrammt und auf dem Gehweg ein Verkehrsschild umgefahren hatte, wie später eine Zeugin berichtete. Die Zeugen auf Offenbacher Seite waren dann allesamt auch direkt Betroffene. Erst geriet der Richtung Rumpenheim schlingernde Mühlheimer in Höhe der Hausnummer 77 auf die Gegenfahrbahn und streifte einen entgegenkommenden Ford. Dann schwenkte er, von dem Unfall völlig unbeeindruckt, wieder auf die linke Spur, wo er mit einem Kleinlaster kollidierte. Auch deren Masse brachte den Opel allerdings nicht zum Stehen. Dazu brauchte es eine Straßenlaterne am rechten Fahrbahnrand, die nach einer Frontalkarambolage in Schieflage, aber Siegerin blieb.

Betrunkene greift Polizisten an

Im schrottreifen Omega und bei dessen Fahrer selbst stellte die Polizei starken Alkoholdunst fest, bevor er in den Rettungswagen gen Frankfurt geladen wurde. Die Blutprobe wird später Aufschluss darüber geben, wie viel der Mann vor seiner verhängnisvollen Fahrt getrunken hatte. Seinen Führerschein ist er los, was seinen Opfern, die die Zusammenstöße unverletzt überstanden, nur recht sein dürfte.

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Noch nicht einmal ein Auto, aber ebenfalls reichlich Alkohol hatte bereits am Freitag eine Frau gebraucht, um sich als Gefahr für ihre Mitmenschen zu beweisen. In diesem Fall für Polizisten. Der Streifenwagenbesatzung war die völlig betrunkene Dame aufgefallen. Der Versuch, sie zu ihrem eigenen Schutz nach Hause zu fahren, ging für die Ordnungshüter nach hinten los. Zunächst friedlich im Streifenwagen sitzend, rastete die Frau urplötzlich aus und griff die Beamten verbal und tätlich an. Folgerichtig änderte sich das Ziel der Fahrt; statt zu Hause landete die rabiate Passagierin zwecks Ausnüchterung im Polizeigewahrsam. Damit die Sache wenigstens einen erzieherischen Nutzen haben kann, erstatteten die geschundenen Polizisten dort auch gleich eine Anzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung.

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