In allen Punkten weit vorn

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Nach den Befragungen der Techniker Krankenkasse schneidet das Ketteler Krankenhaus auch im Punkt der guten Betreuung durch das Pflegepersonal überdurchschnittlich ab.

Offenbach ‐ Niemand freut sich, wenn er mit einem Koffer in der Hand durch die Türe eines Krankenhauses gehen muss. Schon gar nicht, wenn am nächsten Tag eine Operation in seinem Kalender als Termin steht. Von Stefan Mangold

Fast jeder, der im Bett einer Klinik den Tag verbringt, wünscht sich, er wäre woanders. Es mildert die Lage eines Patienten, wenn er Pflegekräfte um sich hat, die warmherzig auf ihn eingehen.

Nach den Befragungen der Techniker Krankenkasse schneidet das Ketteler Krankenhaus auch im Punkt der guten Betreuung durch das Pflegepersonal überdurchschnittlich ab. Bundesweit verschickte die Krankenkasse im Jahr 2008 vier Wochen nach einem Aufenthalt in einer Klinik, der mindestens drei Tage dauerte, an ihre Mitglieder einen Bogen mit 41 Fragen, um die Zufriedenheit mit dem entsprechenden Krankenhaus festzustellen. Die Krankenkasse der Techniker blickte auf 49 Krankenhäuser in Hessen. Von denen wurden ein Drittel als überdurchschnittlich zertifiziert. Das Ketteler liegt in allen Punkten weit vorne.

Knapp 90 Prozent mit Aufenthalt zufrieden

Es antworteten immerhin nahezu zwei Drittel der Angeschriebenen. Beinahe 90 Prozent derer, die im Lichtenplattenweg lagen, zeigten sich mit dem Aufenthalt zufrieden. „Ein besonders hoher Wert“, wie Michael Wojtowicz, der Bereichsleiter der Techniker Krankenkasse in Bielefeld, erwähnte. Er stellte im Ketteler Krankenhaus das Ergebnis vor. Im Schnitt seien sonst knapp unter achtzig Prozent der Patienten mit der Qualität eines Krankenhausaufenthalts im Nachhinein einverstanden.

Die stellvertretende Pflegedienstleiterin Margarete Stirner führt das auf die besondere Tradition des Hauses zurück; ein katholisches Krankenhaus in Rechtsträgerschaft der „Katholischer Klinikverbund Südhessen gemeinnützige GmbH“. Eine Hausoberin wie Schwester Edelburga ist als Nonne religiös motiviert für ihre Arbeit. „Liebe lindert Leiden“, gelte als Leitfaden für Pfleger, Schwestern und Ärzte, sagte Verwaltungsdirektor Karl-Gerhard Sinß. Das werde auch in der Ausbildung vermittelt. „Wir schauen nicht auf die Uhr wegen des Feierabends, wenn jemand im Sterben Beistand braucht,“ fügte Margarete Stirner hinzu. Der Pflegeberuf sei keiner wie jeder andere, „er bedarf der Passion.“

Erst nach Ende der Untersuchungen aufs Zimmer

Herzstück eines Krankenhauses sei die Aufnahme. Im Schnitt kommen täglich 30 Patienten ins Ketteler Krankenhaus. Durch eine schlechte Organisation „ließe sich das Prozedere endlos in die Länge ziehen“, verdeutlichte der habilitierte Chirurg und Chefarzt Vittorio Paolucci. Erst nachdem alle Untersuchungen abgeschlossen sind, kommt ein Patient auf sein Zimmer. Wichtig sei, ihn präzise über das aufzuklären, was in den nächsten Tagen mit ihm passiere. „Wer den Sinn von Maßnahmen erkennt, bringt sich selbst besser ein,“ ergänzte Stirner. Gerade in dem Punkt „sind die Patienten sehr zufrieden.“

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