Vor allerlei Prüfungen

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Das Gelände am Rumpenheimer Tempelchen ist bei den Geländereitern sehr beliebt. Zu Gast: Europameisterin Michaela Messerschmidt.

Rumpenheim - Für Mitte August ist ein Vielseitigkeitsturnier am Tempel anberaumt. Gut vorbereitet erhoffen sich die Rumpenheimer ein gutes Abschneiden auf heimischen Boden. Der ist es auch, der dem Reit- und Fahrverein momentan ein wenig Sorgen bereitet. Von David Heisig

Der Eigentümer hat den Pachtvertrag zum Ende des Jahres gekündigt. Für den Verein wäre es ein herber Verlust, ist das unter Landschaftsschutz stehende „Tempel-Gelände“ doch über Jahrzehnte gewachsen und bietet heute mit Wassergräben, Sprüngen und Rennbahn ein Eldorado für Trainings- und Turnierzwecke. Seit gut 30 Jahren wird überregional trainiert. Der Verein hofft weiter auf eine für alle Seiten einvernehmliche Lösung.

Er ist Hesse, stattlich und trägt seine weiße Blesse mit Stolz auf dem ansonsten hellbraunen Fell: Acteur – das Pferd von Reiterin Irene van Heemstra, Kassiererin des Reit- und Fahrvereins Rumpenheim und Organisatorin eines Lehrgangs für das Geländereiten. Den bietet der Verein am Dienstag für Reiter, die am 13./14. August an der Kreismeisterschaft teilnehmen. Unter Anleitung von Europameisterin Michaela Messerschmidt übten Acteur und seine Artgenossen mit ihren Reitern die verschiedenen Anforderungen des Parcours ein. Schnell wird deutlich: Trotz seines schon stolzen Alters von 22 Jahren hält das Pferd gut mit.

Viele Tipps von der Meisterin

Die Leistungen aller hat Messerschmidt fest im Blick. Sie ist seit 1993 in Hessen aktiv, reitet auf internationalem Niveau und betreibt einen Reiterhof. Nicht nur Ross und Reiter legten an diesem Nachmittag ein gutes Stück Weg zurück. Auch die Trainerin ist an den verschiedenen Hindernissen zu finden, gibt immer wieder Tipps und übt nach und nach die Schwierigkeiten des Geländes mit den Sportlern ein. „Lass sie mehr drauf zulaufen“ oder „die kleine Kante noch mal aus dem Trab“ sind ihre Hinweise an die Reiter. „Ich schaue zunächst, welches Niveau Reiter, Pferd und Parcours haben“, so Messerschmidt. Die ersten Schritte eines einstündigen Lehrgangs. Dann heißt es: Zureiten auf die Hindernisse, Geschwindigkeit dosieren und ohne Zögern die Passagen überwinden. Sechs Gruppen mit rund 20 vorwiegend weiblichen Reitern kommen so in den Genuss hilfreichen Trainings.

Zum Wettkampf werden Starter aus Hessen, Unterfranken und Rheinland erwartet. „Es ist eine reine Geländeprüfung, angefangen mit dem Reiterwettbewerb“, sagt van Heemstra. Ziel ist es, einen festgelegten Parcours über natürlich anmutende Hindernisse wie Hecken, Baumstämme und Erdwälle in einer bestimmten Zeit zurückzulegen. Hinzukommen Strafpunkte, wenn etwa ein Hindernis nicht sauber übersprungen wird. Es ist Teil der sogenannten Vielseitigkeit. „Dabei müssen Reiter und Pferd eine gute Dressur gehen, ordentlich springen und im Gelände genug Herz und Galoppade mitbringen“, erklärt Messerschmidt.

Anfangs kostet es Überwindung

Wichtig ist daher die Ausbildung schon junger Pferde und der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen Tier und Mensch. Änderungen der Regularien haben ihr Übriges getan, den Sport sicherer zu machen. Der Sprung über die Mauer in den Wassergraben kostet Tier und Mensch anfänglich daher sichtbar noch einige Überwindung. Nach vielen Wiederholungen sitzen dann aber die Prüfungen.

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