Alles anders als geplant

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Schrill, schräg, schrullig und voll in ihrem Element: Die tollen Komödiantinnen Sabine Scholz (links) und Ulrike Happel haben sich mit „(Alt)Weiberzauber“ wieder einmal einen großen Spaß einfallen lassen.

Offenbach ‐ Wenn die Ödmanns ins Spiel kommen, gibt es immer einen Heidenzirkus. So ist es auch diesmal, wenn Gundula auf die Idee kommt, zuhause endlich mal Weiberfastnacht zu feiern. Von Simone Weil

Berthold ist mit seinen Skatbrüdern unterwegs, also steht dem Vergnügen nichts im Wege. „Bei Ödmanns daheim: (Alt)Weiberzauber“ nennen Sabine Scholz, Ulrike Happel, Astrid Haentsch und Michelle Spillner die Eigenproduktion, die sie speziell für die fünfte Jahreszeit geschaffen haben und die auch Männer besuchen dürfen. Am Donnerstag, 11., und Fastnachtssamstag, 13. Februar, jeweils um 20 Uhr, führen sie das Stück im Theateratelier an der Bleichstraße 14H auf. Gundula (Ulrike Happel) hat sich das Ganze so schön ausgedacht und auch richtig nette Gäste eingeladen. Doch das sorgfältig Geplante gerät (natürlich) außer Kontrolle. Im plüschig-liebevoll ausgestatteten Wohnzimmer mit Sessel, Stehlampe und Spitzendeckchen entsteht ein heilloses Durcheinander, das manche Überraschung und großartige Pointe birgt.

Der Glotzkasten bleibt aus und das Wohnzimmer gehört den Frauen. Und die machen ihr Programm selbst. Doch bevor die Gäste kommen, wird ordentlich sauber gemacht. In geblümter Kittelschürze mit Staubsauger ist die Dame des Hauses gerade noch beschäftigt, als bereits das Publikum erscheint.

Was ist eine Weiberfastnacht ohne Kreppel?

Ein wenig ungehalten ist Gundula schon, dass ausgerechnet jetzt ungebetene Gäste vorbeischauen. Die Verantwortung dafür schiebt sie Berthold zu. Es soll keiner der Besucher glauben, dass er sich lange aufhalten oder später mit dem absoluten Taugenichts von einem Gatten Bier trinken kann. Schließlich kommen noch ihre Freundinnen.

Plötzlich knallt und scheppert es, und die Nachbarin (Michelle Spillner) steht in der Küche, weil bei ihr wieder einmal ein Zaubertrick daneben gegangen ist. Das geschieht öfter und bringt die Hausherrin längst nicht mehr aus dem Konzept.

Doch auf einmal fällt Gundula ein, dass sie noch gar keine Kreppel besorgt hat. Und was ist eine Weiberfastnacht ohne Schmalzgebackenes? Also düst sie los und lässt die Wohnungstür offen. So kann sich immerhin Freundin Helga (Sabine Scholz) aus dem Fränkischen einschleichen. Sie kommt für zwei Tage mit einem großen Koffer, weil sie nicht wusste, was sie mitnehmen sollte. Und sie wundert sich über die vielen Besucher. Dabei hatte die Freundin doch nur von einem kleinem Fest erzählt...

Vorverkaufskarten kosten 11 Euro plus Gebühr und gibt’s im OF-Infocenter, Salzgässchen 1, der Filiale im Ringcenter, sowie im Buchladen am Markt, Wilhelmsplatz 12.

Als Gundula endlich mit dem Gebäck auftaucht, will Helga eigentlich gerade gehen. Zuvor begegnet sie allerdings der Sicherheitsbeauftragten Frau Püppick (Astrid Haentsch), die zufälligerweise jongliert und unbedingt den Koffer des Gastes kontrollieren will. Zwischendurch tauchen weitere Besucherinnen auf und vergrößern das Chaos in der Wohnung der Ödmanns. Soweit die Geschichte.

Schon der erste Eindruck beim Proben deutet auf zwei äußerst vergnüglich-schrille Theaterabende hin „auch für Fastnachtsmuffel“, wie Ulrike Happel sagt. Es gibt lediglich eine Büttenrede. Und diese hat Freundin Helga sozusagen als Mitbringsel für den Weiberabend im Gepäck. Wieder einmal hat sich das aus den beiden hervorragenden Komödiantinnen Ulrike Happel und Sabine Scholz bestehende Hausensemble (mit Unterstützung) einen äußerst unterhaltsamen Spaß einfallen lassen. Mit den skurrilen Charakteren, schrägen Klamotten, liebevollen Details und den amüsanten Dialogen in verschiedenen Dialekten dürfte eigentlich nichts schief gehen...

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