Neujahrsempfang der Hochschule für Gestaltung

Alles in Bewegung

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Erläuterten das Projekt „Motion Bank“ der Forsythe Company in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung: Professor Heiner Blum, HfG-Präsident Professor Bernd Kracke und Choreograf William Forsythe (von links).

Offenbach - Bei ihrem Neujahrsempfang blickt die Hochschule für gestaltung zurück auf 2012 mit einem wahren Preisregen. Und voraus auf 2013 mit Ereignissen wie der Biennale des bewegten Bildes. Von Markus Terharn

Ihre derzeit wohl spannendste Kooperation bescherte der HfG den prominentesten Gast beim Neujahrsempfang: William Forsythe war gekommen, um das auf vier Jahre angelegte Forschungsprojekt „Motion Bank“ vorzustellen. Mit HfG-Know-How arbeitet der Starchoreograf daran, Bewegungen von Tänzern in ein anderes Medium zu überführen – in digitale Bildpunkte. Ziel ist eine frei zugängliche Plattform im Internet.

Wie diese aussehen kann, veranschaulichte ein Film unter Mitwirkung der Alumni Amin Weber und Florian Jenett. Er zeigt die Choreografin Deborah Hay bei der Arbeit mit Tänzerinnen im Studio. Diese werden gefilmt, die Bilder analysiert und ausgewertet sowie grafisch dargestellt. Vom Ergebnis lernen die Akteure selbst. Sehr amüsant erzählte Professor Heiner Blum, wie Bill Forsythe erstmals an die HfG kam. Es war beim Rundgang 1999, kurz vor Toresschluss. „Ich habe ihn gleich erkannt, mich aber erst nicht getraut, ihn anzusprechen.“ Blum tat es doch. Ergebnis: „Bill war noch drei, vier Stunden nach Schluss da...“

Eine fruchtbare Zusammenarbeit

Der ausgedehnte Besuch mündete in eine fruchtbare Zusammenarbeit. Mit seinen Studenten bereicherte Blum das Programm des Theaters am Turm in Frankfurt, das Forsythe damals leitete. Auch nach dessen Abberufung hielten sie das Haus tagsüber zugänglich, wie sie berichteten. „HfG bewegt“ – unter diesem Jahresmotto lieferte HfG-Präsident Professor Bernd Kracke den zahlreichen Anwesenden Rückblick und Vorschau. Die mit 600 Studenten kleinste Hochschule Hessens würdigte er als „nationalen und internationalen Player“ und „kreatives Kraftzentrum der Rhein-Main-Region“.

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Deutliche Aufwertung

Als Höhepunkte aus 2012 nannte Kracke exemplarisch die Konferenz mit Stiftungsprofessor Kai Vöckler zum Thema „Kreative Stadt“, den Umzug des von Martin Liebscher betreuten Berliner Satelliten vom Wedding in die Nähe des Hamburger Bahnhofs, den ersten After School Club in der Geleitsstraßen-Dependance mit „toller Resonanz“, die Veranstaltungsreihe „Zukunft des Lesens“ in Kooperation mit dem Klingspormuseum, die Vorträge zur „Gegenwart der Gegenwartskunst“ sowie den Rundgang am Semesterende.

Anreiz und Belohnung

Dabei habe es einen wahren Preisregen als Anreiz und Belohnung für die Studenten gegeben. Falls weitere Stifter daran interessiert seien: „Wir sind ansprechbar“, betonte Kracke. Ferner hob er das von Grete Steiner organisierte Festival Junger Talente, die Tagung der Gesellschaft für Medienwissenschaften, das Typografie-Symposium mit Internetguru Sascha Lobo und die achte „gout“-Ausstellung im Sheraton hervor.

Glanzlicht 2013 dürfte laut Kracke die „B3 Biennale des bewegten Bildes“ im Herbst werden. Bei der 63. Berlinale Shorts Competition sind die HfGler Xenia Lesniewski mit „Hypozentrum“ und Merlin Flügel mit „Echo“ nominiert. Ausschnitte aus ihren Filmen ernteten viel Beifall. Der neue Vorsitzende der Freunde der HfG, Dr. Holger Niedenthal, warb um weitere Mitglieder, Förderer, Mäzene und Sponsoren. „Raus aus der Komfortzone, unterstützen Sie uns!“, appellierte er an die Besucher. Ihm blieb es vorbehalten, die Frage des Neubaus im Hafen anzureißen: Ein Ende der Hängepartie sei wünschenswert, meinte er. Dem Schlusswort des AStA-Vorsitzenden Yaschar Scheyda war indes zu entnehmen, dass die Studenten ihren Altbau – neu mit Barbetrieb – lieb gewonnen haben.

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