Alles neu im Internet

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Der Internetauftritt der Stadt Offenbach.

Offenbach - 1,7 Millionen Besucher pro Jahr verzeichnete www.offenbach.de 2012. Dieses Jahr wird das virtuelle Amt umgebaut. Künftig ist es möglich, weitere Dienstleistungen mit einem Klick zu erledigen.

200 000 Euro stellen Stadt und Stadt-Gesellschaften der Offenbacher Stadtinformation-Gesellschaft (OSG) zur Verfügung. Zusätzlich stehen 50 000 Euro für E-Government-Projekte im Etat. Die Leistungen werden im Sommer neu ausgeschrieben.

OSG-Geschäftsführer Matthias Müller: „Die Menschen sind es heute gewohnt, per Smartphone oder Tablet ihr Bahnticket zu buchen, sich eine Theaterkarte zurücklegen zu lassen oder den Tisch beim Italiener zu reservieren. Bei Verwaltung und Stadt-Gesellschaften können Dienstleistungen bereits online gebucht und bezahlt werden: Belegung von Vhs-Kursen, Bestellung eines Wunschkennzeichens, Mieten einer Wohnung bei der GBO, Sichern eines Anwohnerparkplatzes. Dieses Angebot möchten wir ausbauen.“

Einsparpotenziale untersuchen lassen

2012 hat die OSG mit ausgewählten Ämtern und Abteilungen Dienstleistungen auf Einsparpotenziale untersuchen lassen: Bestellung von Urkunden, Anfordern einer Mülltonne, Beantragung von Auskünften. Gutachter prognostizieren Sparpotenziale, wenn Bürger einzelne Produkte via Netz nachfragen. Aber die Software, mehr als zehn Jahre alt, ist den Anforderungen nicht mehr gewachsen und wird Ende des Jahres vom Markt genommen – Anlass, den Relaunch, aus Kostengründen immer wieder verschoben, zu starten.

Offenbach zählte zu den ersten Städten, in denen Rathaus und Stadtgesellschaften auf einer Seite auftraten. Die Grundlage legten die Verantwortlichen für Kommunikation bei Stadt und Konzern, Matthias Müller und Regina Preis. Preis, seit Januar Mitgeschäftsführerin der OSG: „Für eine Kooperation, die auch die Energieversorgung einbezieht, sprechen Kostenargumente. Noch wichtiger ist, dass Menschen, die nach Offenbach ziehen, nicht unter verschiedenen Adressen suchen müssen, wenn sie Bibliotheksausweis, Mülltonne, Stromzähler oder Anwohnerparkberechtigung bestellen, sich über Schulangebot oder freie Wohnungen informieren möchten.“

Transparenz und Bürgerbeteiligung

Transparenz und Bürgerbeteiligung sind Schwerpunkte. Offenbach zählt zu der Handvoll Kommunen, die in Blogs eine nicht moderierte Diskussion zulassen. Mitdiskutieren kann, wer seine E-Mail-Adresse nennt. Müller: „Das ist ein Risiko, weil wir an Wochenenden nicht immer auf Beiträge, die gegen Anstand und Recht verstoßen, reagieren können.“ Die Transparenz habe aber bei Projekten wie Umbau des Wilhelmsplatzes, Sanierung des Maindamms oder Baumfällungen an der Beethovenschule geholfen, Menschen von der Notwendigkeit zu überzeugen.

Künftig soll der Auftritt enger mit Seiten wie „Like Offenbach“ und „Stadt Offenbach“ in sozialen Netzwerken verknüpft werden. Thema ist zudem der Einsatz von Apps beispielsweise für virtuelle Stadtführungen.

An Lebenssituation der Kunden orientieren

Die OSG will auch Inhalte stärker von den Organisationen, die sie erbringen, abkoppeln und an der Lebenssituation der Kunden orientieren. Den Anfang machte die Überarbeitung der Bildungsseiten. Sie geben Auskunft über schulische wie außerschulische Angebote für Kinder und Jugendliche, stellen die Bildungslandschaft für Erwachsene sowie die Beratungsmöglichkeiten dar.

Im Vorgriff hat die Startseite ein neues Design erhalten. Müller: „Ziel ist, der Informationsflut mit mehr Struktur und Übersichtlichkeit zu begegnen. Künftig dominieren auf der ersten Seite neben den Navigationspunkten fünf Schwerpunktthemen.“ Das soll bis zum Relaunch getestet und optimiert werden.

Offenbach tauscht sich in einem Arbeitskreis mit anderen Kommunen über die Internetseiten aus, etwa über E-Government und Apps. Müllers Wunsch ist ein gemeinsamer Internetauftritt der Region, der Produkte und Leistungen aller Städte vernetzt.

mt

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