Alles in Samt und Seidl

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Kostümbildnerin Monika Seidl, Intendant Thomas Richter und Uwe von Grumbkow, Regisseur der Komödie „Die Sklavin ihres Geliebten“, inspizieren die Garderobenskizzen.

Offenbach - (mt) Obwohl im Fundus der Heppenheimer Festspiele mehr als 2200 Kostüme aus verschiedenen Zeitepochen vorhanden sind, gibt es auch diesem Jahr neue, maßgeschneiderte Garderobe für die Schauspieler.

Und dafür zeichnet traditionell eine Wahl-Offenbacherin verantwortlich. „Trotz unseres umfangreichen Kleidermagazins kommen wir nicht umhin, die Künstler im zeitgenössischen Gewand auf der Bühne agieren zu lassen, das in unserer Schneiderei unter Leitung von Monika Seidl angefertigt wird“, berichtet Thomas Richter, Intendant der Festspiele an der Bergstraße.

Zwar verfügen diese über einen der umfangreichsten Bestände an Accessoires und Requisiten unter den Privatbühnen in Deutschland. Doch bei den in diesem Monat angelaufenen Proben für die beiden Eigenproduktionen „Die Sklavin ihres Geliebten“ von Lope de Vega (Premiere am kommenden Mittwoch, 22. Juli) und „Das Sparschwein“ von Eugène La biche (Premiere am Donnerstag, 30. Juli) erhalten die Darsteller durch handgezeichnete Figurinen einen ersten Eindruck davon, wie sie sich ihrem Publikum auf der Bühne präsentieren.

Diplom-Modedesignerin und Kostümbildnerin Seidl erläutert: „Natürlich bedienen wir uns aus dem hauseigenen Magazin. Dennoch müssen wir die Kleider auf die jeweilige Figur der Ensemblemitglieder umarbeiten.“

Das geschieht in ihrem Atelier an der Offenbacher Goethestraße. Der Aufwand ist beinahe genau so hoch wie bei einer Neuanfertigung. In diesen Wochen sind bis zu drei Schneiderinnen unter Mithilfe von drei Praktikanten dabei, die Stücke aus Damast, Leinen, Rips, Samt und Seide nach den Vorgaben aus Monika Seidls Skizzenbuch zu realisieren. Pro Figur sind zwei Wochen angesetzt, werden bis zu 5000 Meter Nähgarn verarbeitet.

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