Allianz: „manroland“-Pleite nicht vorschnell

Offenbach/München - Die Insolvenz des Druckmaschinenherstellers „manroland“ ist laut Allianz nicht vorschnell herbeigeführt worden. Der Versicherungskonzern hat nach Millionenausgaben keine Alternative mehr gesehen.

Der Versicherungskonzern Allianz hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Pleite des Druckmaschinenherstellers „manroland“ vorschnell herbeigeführt zu haben. Die Entscheidung, kein weiteres Geld mehr zu geben, sei erst nach langer Prüfung erfolgt, sagte Rainer Husmann, Geschäftsführer der Beteiligungstochter Allianz Capital Partners (ACP), der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

„manroland“ mit bundesweit 6500 Mitarbeitern und drei Standorten in Offenbach, Augsburg und Plauen hatte Ende November Insolvenz angemeldet. Haupteigner Allianz und Miteigentümer MAN hatten dem verlustreichen Unternehmen den Geldhahn zugedreht. Der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider führt mit Hochdruck Gespräche, um bis Ende Januar 2012 einen Investor im In- oder Ausland zu finden. Es habe keine Alternative zu einer Insolvenz gegeben, sagte Husmann.

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„Das war eine betriebswirtschaftliche Entscheidung. Wir verwalten Versicherungsgelder für unsere Kunden, und das Risiko eines weiteren Investments wäre einfach zu hoch gewesen.“ Die ACP habe 176 Millionen Euro beim Kauf und dann im Jahr 2009 nochmals 198 Millionen Euro zur Tilgung aller Bankschulden in „manroland“ investiert. Dieses Geld sei nun verloren, „und wir haben auch nie einen Cent aus dem Unternehmen herausgeholt“, sagte Husmann.

Den Vorwurf, ACP habe schon in den vergangenen Jahren „manroland“ mit zu wenig Kapital für die Entwicklung von Innovationen ausgestattet und damit die Überlebenschancen geschmälert, wies Husmann zurück. Zwar seien die Forschungsinvestitionen mit dem sinkenden Umsatz reduziert worden - aber die Quote von vier bis fünf Prozent habe sich auf dem Niveau der Konkurrenz bewegt.

dpa

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