Alltagsroute bald sicherer ?

+
Die Einsamkeit des Radlers auf der Mühlheimer: Die Übermacht der täglich mehr als 40 000 Kraftfahrzeuge soll mit dem neuen Radweg künftig räumlich und optisch ein wenig auf Abstand gehalten werden.

Offenbach - So mancher Großstadt-gestählte Radler hat seine Bedenken angesichts der Gefährlichkeit der Piste. Aber die Pläne sind so gut wie durch, das Projekt wird satt bezuschusst - und außerdem hätten alle maßgeblichen lokalen Fahrrad-Experten zugestimmt, sagt Hans-Joachim Bier-Kruse. Von Matthias Dahmer

Der Bereichsleiter Verkehrsplanung im Offenbacher Rathaus geht davon aus, dass mit dem entsprechenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend eines der ersten und größten Bauvorhaben im Zuge des städtischen Radverkehrskonzepts ins Rollen kommt.

Für knapp 603 000 Euro soll laut einer Magistratsvorlage auf der Mühlheimer Straße, zwischen Kettelerstraße und Stadtgrenze zu Mühlheim, ein Radweg angelegt werden. Das Land bezuschusst den Asphaltstreifen mit 282 800 Euro; die jährlich anfallenden Folgekosten werden mit rund 36 000 Euro beziffert.

Wie das dann künftig gehen soll mit dem friedlichen Nebeneinander von gezählten 40 500 Kraftfahrzeugen, 176 ÖPNV-Bussen und geschätzten 300 Radlern pro Tag, ist detailliert in dem Papier nachzulesen, das dem Stadtparlament zur Abstimmung vorliegt:

Danach wird durch Verengung der jeweils zwei Fahrbahnen pro Richtung Platz geschaffen für eine 1,50 Meter breite Schneise für die Pedalritter sowie einen 1,80 Meter messenden Parkstreifen, wobei ein 50 Zentimeter breiter Sicherheitsabstand zwischen den beiden genügen soll. Die teilweise vorhandenen Busspuren können den Plänen zufolge zu einer so genannten Umweltspur (Busspur, auf der radeln erlaubt ist) erweitert werden, die zwischen 4,50 und 4,75 Meter breit ist. Auf ihr könnten Fahrradfahrer von Bussen gut überholt werden, heißt es.

Um die Mühlheimer Straße fit zu machen fürs Strampeln, reicht indes reine Fahrbahnkosmetik nicht aus. Da die Fahrbahndecke „insgesamt großflächige Beschädigungen aufweist“, wie es in der Magistratsvorlage heißt, bekommt die Straße in gesamter Breite einen neuen Belag spendiert. Dort, wo Bushaltestellen sind, werden die Markierungen für Radler unterbrochen und durch Schutzstreifen ersetzt.

Dass die neue Velo-Trasse ins Nachbarstädtchen direkt auf der Mühlheimer und nicht durch das Grün nördlich entlang des Kuhmühlgrabens oder südlich in Höhe der Schrottler-Meile angelegt wird, erklärt der stellvertretende Amtsleiter Bier-Kruse mit deren Funktion im Radwegenetz. Es handele sich um eine förderungswürdige „Alltagsroute“, während die Alternative als „Freizeitroute“ klassifiziert ist.

Direkt hinter dem Neuen Friedhof wird der neue Offenbacher Radweg mit der Gemarkung enden. Wie es für die umweltbewussten Verkehrsteilnehmer innerhalb der Grenzen Mühlheims weitergeht, ist noch unklar. Gespräche darüber seien bereits geführt worden, sagt Hans-Joachim Bier-Kruse.

Kommentare