Alt-Katholiken renovieren ihre Christuskirche

Offenbach (tk) - Das neugotische Gotteshaus ist ein markanter Blickfang in der Bismarckstraße, schwarzer Vulkanbasalt der Eifel wird von Fenster- und Portalelementen aus Sandstein gegliedert.

Neben der geschichtlichen und künstlerischen Bedeutung habe der Bau hohe städtebauliche Bedeutung mit seiner Lage am Rand der Freifläche des ehemaligen jüdischen Friedhofs, erklärt Hessens Landesamt für Denkmalschutz in seinem für jedermann zugänglichen Internet-Portal „DenkXWeb“ (http://denkxweb. denkmalpflege-hessen. de).

1901 errichtet, steht die Christuskirche schon seit mehr als 110 Jahren nahe der Kreuzung mit der Waldstraße. Schwere Kriegsschäden sind zwar geheilt, doch macht das Alter der Heimstatt der Alt-Katholischen Gemeinde zu schaffen.

Verein gab 120.000 Euro aus

Der Verein zur Förderung der Christuskirche kümmert sich in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalschutz seit mehr als zehn Jahren um die in Etappen angegangenen Renovierungsarbeiten. Seit seiner Gründung im Jahr 2001 gab der Verein etwa 120 .000 Euro aus, die letzte Aktion galt den Kirchenbänken. Um diese weiterhin kostspielige Arbeit fortzuführen, bittet der Verein um Spenden (Konto: 85928, Bankleitzahl 505 500 20, Städtische Sparkasse Offenbach).

Der kürzlich neu gewählte Vorstand des Fördervereins besteht aus Oliver Summer (1. Vorsitzender), Marcus Piepenstock (2. Vorsitzender), Andrea Neidhold (Kassenwart) und Franz Prasse (Schriftführer). Gründer und Initiator Franz-Josef Koch wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt und ernannt.

Die Offenbacher Gemeinde ist momentan ohne Pfarrer. Der seit 2007 an der Bismarckstraße seelsorgerisch tätige Guido Palazzari verabschiedete sich im Mai mit seiner Familie in Richtung seiner früheren Wirkungsstätte Blumenfeld.

Älteste Gemeinde dieser Glaubensgemeinschaft in Hessen

Offenbachs Altkatholiken bilden seit 1873/74 die älteste Gemeinde dieser anerkannten Glaubensgemeinschaft in Hessen. 1872 taten sich in der Stadt wie auch anderorts in Deutschland und Europa Gleichgesinnte zusammen. Sie protestierten gegen das 1870 beim ersten vatikanischen Konzil erlassene „Unfehlbarkeitsdogma“ des Papstes Pius IX.: Dieser Glaubenssatz sei weder durch christliche noch katholische Traditionen gedeckt.

Als der Vatikan damals kurzerhand alle Unfehlbarkeitsgegner exkommunizierte, gründeten die Betroffenen als Alt-Katholiken selbstständige, von Rom unabhängige katholische Gemeinden und Bistümer. Seit jeher stehen die sich als offen verstehenden Alt-Katholiken den Protestanten näher als den römischen Katholiken. Ihre Pfarrer dürfen heiraten, Frauen können zu Pfarrerinnen geweiht werden. Der neunte Deutschland-Bischof war bis 2009 Joachim Vobbe, zuvor 13 Jahre lang bis 1995 Pfarrer in Offenbach, dessen Sprengel in den Kreis und bis nach Aschaffenburg reicht.

Rubriklistenbild: © Dieter Schütz/pixelio.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare