Kita 1 feiert 100-jähriges Bestehen

Altbau mit Wohlfühl-Faktor

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Wenn die Kita 1 am Samstag 100. Geburtstag feiert, sind sie alle mit von der Partie: Auf die derzeit rund 90 Kinder wartet neben Rollenrutsche und Schminkaktionen dann auch ein Ballonkünstler. „Außerdem gibt’s Line Dance- und Teakwando-Vorführungen, ein internationales Büffet, und natürlich singen die Kinder und auch der EKO-Chor“, kündigt Kita-Leiterin Jeanette Zulauf-Thum an.

Offenbach - „Viele andere Kitas sind inzwischen komplett saniert, bei uns wurde nur gestrichen und ein bisschen umgebaut“, sagt Jeanette Zulauf-Thum. Von Jenny Bieniek

Seit 16 Jahren leitet sie die an die Bachschule grenzende Kita 1 in der Friedensstraße, die in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen feiert. Die Kita-Gemeinde begeht dieses Jubiläum am Samstag ab 15. 30 Uhr mit einem Fest, bei dem 100 Luftballons gen Himmel geschickt werden. Neben den Familien sind vor allem auch ehemalige Kita-Kinder und Kollegen gern gesehene Gäste, wie die Leiterin betont.

Verglichen mit anderen städtischen Einrichtungen wirkt die einstige Kleinkinderschule - sie war die dritte ihrer Art in Offenbach - auf den ersten Blick beengt und altmodisch. Für Zulauf-Thum jedoch macht genau das den Charme aus: „Bei uns fühlt man sich wie zu Hause. Es ist gemütlich.“ Zwar seien die Flure schmal und die Unterbringung der Küche im Keller nicht optimal, „aber die Räume selbst sind großzügig und größer als in manchem Neubau. Nur eine richtige Turnhalle fehlt“, bedauert die gebürtige Offenbacherin.

Vier Gruppen mit insgesamt 90 Kindern spielen, lernen und essen täglich zwischen 7 und 16.30 Uhr in der Kita 1. Der Großteil der Kinder stammt aus Familien mit Migrationshintergrund. Von arabisch über bulgarisch und türkisch bis hin zu vietnamesisch sind 20 Nationen vertreten. „Ich liebe diesen Stadtteil und arbeite gerne hier“, sagt Zulauf-Thum, die mit 12 Kolleginnen und diversen Honorarkräften zusammenarbeitet. Bevor sie zur Kita 1 kam und die damalige Leiterin Helga Schwarzkamp ablöste, war sie 13 Jahre im Nordend Erzieherin. In der Friedensstraße fühlte sie sich schnell heimisch. „Ich mochte die besondere Atmosphäre des Gebäudes von Anfang an“, erinnert sich die 50-Jährige. Seither hat sie etliche Kinder kommen und gehen sehen, „und zum Schultütenfest fließen jedes Jahr Tränen.“

Auch die Arbeit hat sich im Laufe der Jahre geändert. Während früher offene Gruppenkonzepte und Halbtagsbetreuung üblich waren, überwiegen heute Stammgruppen und Ganztagsbetreuung. Weil inzwischen fast alle Kinder in der Kita 1 zu Mittag essen und ein weiterer Speiseraum nötig war, wurde 1998 die ehemalige Hausmeisterwohnung im Obergeschoss umgebaut. 2005 folgte die Sanierung der Sanitäranlagen, seither ist nicht mehr viel passiert.

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Dabei waren sich die Verantwortlichern schon kurz nach der Eröffnung der damaligen „Kleinkinderschule“ am 20. April 1914 des Platzproblems bewusst. Immer wieder gab es Planungen zum Umbau, realisiert wurde indes keine. Seit nunmehr 30 Jahren betreibt der städtische Eigenbetrieb EKO das „städtische Kindertagesheim“ in der Friedensstraße.

Bei gutem Wetter spielen die Kinder auf der Terrasse oder in dem kleinen Spielgarten vorm Haus. Wenn die Schüler von nebenan mittags den Heimweg antreten, erobern die Kita-Kids zusätzlich den Schulhof. Im gegenüberliegenden Schuldiener-Haus hat die Kita zudem einen Mehrzweckraum und ein Bällebad eingerichtet, damit auch bei schlechtem Wetter Platz zum Toben ist.

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