Alte und ganz junge Hasen

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Wurst, nicht Schampus beim Unternehmerabend im Ostpol: Eva Slotta, Manfred Domnowski, Ulrich Zwick, Gabriele Petras, Bodo Ziegler.

Offenbach - Wenn Unternehmer und Selbständige im Offenbacher Mathildenviertel feiern, gibt es weder Schampus noch Kaviar. Auch in Abendgarderobe muss niemand erscheinen. Von Peter Klein

Aber den Grund zum Feiern schmälert das nicht: Zum zehnten Mal in Folge belegt Offenbach in diesem Jahr den ersten Platz der Rangfolge, die das Institut für Mittelstandsforschung in Sachen Existenzgründungen erstellt.

Ein Erfolg, an dem dem Gründerzentrum Ostpol gerne eine ordentlicher Anteil zugeschrieben wird. Doch die Fördermöglichkeiten des Ostpols gehen weiter. Um herauszufinden, was Unternehmer wünschen, hatten Bodo Ziegler und das Team vom Ostpol zu Grillwürstchen und Freibier eingeladen.

Gabriele Petras betreibt seit fast zwölf Jahren ein Brillengeschäft am Wilhelmsplatz. Sie wollte einfach mal schauen, neue Kontakte knüpfen und ein Netzwerk aufbauen. „Man kommt ja sonst kaum raus aus seinem Laden, und das ist mal ein Anfang“, so die Optikerin.

Mund-zu-Mund-Propaganda

Ganz anders sieht es für Eva Slotta aus. Die junge Frau hat sich vor gerade einer Woche zusammen mit einer Freundin als Schmuckdesignerin selbstständig gemacht. Ihr Atelier hat sie im Ostpol. Studiert hat sie in Idar Oberstein. Dort hat sie von den Förderprogrammen für Kreative in Offenbach gehört. „Das ist mehr Mund-zu-Mund-Propaganda, das spricht sich natürlich rum, wo man Chancen hat“, berichtet die junge Frau. Darüber hinaus schätzt sie die zentrale Lage Offenbachs im Rhein-Main Gebiet. Neben den hellen Räumen gefällt ihr im Ostpol vor allem der Kontakt mit anderen Selbstständigen. Aber auch die Unterstützung und Beratung durch das Ostpol-Team nimmt sie als Jungunternehmerin gerne in Anspruch.

Der Zeichner Ulrich Zwick hingegen gehört schon zu den alten Hasen. Er kam vor über zehn Jahren durch einen Auftrag nach Offenbach. Er sollte die Wände der Bachschule mit Graffiti ausgestalten. Als das Haus in der Tulpenhofstraße, in dem er sein Atelier hatte, nobel saniert und für ihn unbezahlbar wurde, machte er sich auf die Suche und fand das Ostpol. Seit drei Jahren hat er hier sein Atelier.

„Bereit, von Jüngeren zu lernen“

Dass er mit 55 Jahren einer der Ältesten ist - egal. „Ich bin gerne bereit, auch von Jüngeren zu lernen,“ sagt er. Obwohl kein Existenzgründer mehr, schätzt auch er die Fördermöglichkeiten. Auf der letzten Frankfurter und Leipziger Buchmesse hatte er einen Stand, um auf sich als Zeichner aufmerksam zu machen. „Die Kosten dafür gehen aber schon ans Eingemachte, da ist die Möglichkeit eines Kleinstkredites auch für mich eine Alternative“, berichtet Zwick.

Manfred Domnowski, seit siebeneinhalb Jahren selbstständig, zog vor zweieinhalb Jahren von Hanau in den Ostpol. Obwohl sein Büro hier nur noch einen Bruchteil der früheren Größe hat, ist er zufrieden. Auch wegen der Nähe zu Frankfurt. Dort würden die Leute eher eine Werbeagentur suchen als in Hanau. Doch in Offenbach ist auch der 29-Jährige schon fündig geworden. Auf seiner Kundenliste stehen mittlerweile die GBO, die Stadt und das KIZ.

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