Drogensüchtiger Marokkaner verurteilt

An alten Damen gescheitert: Mehrjährige Haftstrafe 

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Offenbach - Ein 38-jähriger Marokkaner, der in Frankfurt aufwuchs, wurde vom Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Der Vater dreier kleiner Kinder war als Jugendlicher in Hände von Dealern geraten, die ihm vorgaukelten, dass Kokain ihn stark mache. Er hatte schon Haschisch und Marihuana bezogen und wusste nicht, dass sie ihn kokainsüchtig machen wollten, um mehr Geld an ihm zu verdienen.

Tatsächlich kam der Mann vom Koks nicht los. Seine Frau ließ er mit den Kindern immer häufiger allein und war auf der Suche nach Geldquellen, um Kokain kaufen zu können. So kam er auf die Idee, älteren Frauen in Offenbach, die er beim Einkaufen sah, zu folgen. Nachdem diese ihre Wohnung betreten hatten, klingelte er, gab sich als Mitarbeiter von Mainova aus und behauptete, er müsse die Wasserrohre überprüfen, weil angeblich bei Nachbarn ein Wasserschaden aufgetreten sei.

In zwei Fällen erfolgreich

In den meisten Fällen indes scheiterte der Versuch, in die Wohnung zu gelangen. Eine 96-Jährige wies den Mann daraufhin, dass Mainova gar nicht für Offenbach zuständig sei. Und eine 88-Jährige verlangte die Vorlage seines Dienstausweises. In zwei Fällen war der Mann jedoch mit seiner Masche erfolgreich und brachte jeweils etwa 200 Euro an sich.

Als er so dreist war, in einem Altersheim sein Glück zu versuchen, scheiterte er kläglich. Er ging durch die Zimmer und sagte den Bewohnerinnen, er sei Security-Mitarbeiter. In letzter Zeit sei viel im Heim gestohlen worden; er wolle prüfen, ob sie ihre Wertsachen richtig weggeschlossen hätten. Eine 88-Jährige überzeugte dies nicht. Sie rief eine junge Pflegerin, die ihrerseits die Polizei holte. Ehe der Mann das Heim verlassen konnte, klickten die Handschellen, und er wanderte in Untersuchungshaft. Zur Hauptverhandlung indes war nur seine Frau gekommen. Sein Vater, der jahrzehntelang fleißig in Deutschland arbeitete, hat den Kontakt zu ihm abgebrochen. Er wollte seinen Kindern eine Zukunft in einem reichen Land verschaffen und kann nicht verstehen, warum der Sohn all seine Chancen vergeigt hat.

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

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Der Angeklagte bereute seine Taten. Die Sucht nach Kokain mache ihn zu einem anderen, einem bösen Menschen. Er habe schon einmal eine Bewährungsstrafe bekommen und habe sauber bleiben wollen. Doch rund ums Nordwestzentrum liefen viele Dealer herum, die ohne Sorge vor der Polizei ihre Geschäfte machten. Sie hätten ihm ihre „Glücksdroge“ angepriesen, er habe nicht nein sagen können.

In Zukunft will er ein guter Vater, guter Ehemann und guter Sohn sein. Nach der Haft werde er aufs Land ziehen, um sicher zu sein vor den Dealern und ihren Versuchungen. In Frankfurt sehe er keine Zukunft, da niemand etwas gegen sie unternehme. Das Schöffengericht bezog ein Urteil aus Frankfurt ein. Dort war der Marokkaner verurteilt worden, weil er unter anderem in der Taunus-Therme Bad Homburg Spinde aufbrach. Er kann in der Haft eine Therapie absolvieren, der Antrag ist gestellt. Seine Frau steht zu ihm.

mt

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