Der Altentreff wandelt sich zur Parkterrasse

Drinnen wird noch gewerkelt: Die ehemalige Altentagesstätte Frieda-Rudolph-Haus wird von der AWO-Tochter Werkstätten Hainbachtal in ein Stadtcafé umgebaut. Wenigstens die Terrasse soll am 20. Juni offen stehen.Foto: Georg

Offenbach - (siw) Mit viel Tamtam soll das Stadtcafé eröffnet werden. Voraussichtlich Ende Juni - so steht es auf den Plakaten, die auf den Fensterscheiben des Frieda-Rudolph-Hauses prangen. Geht es nach Werkstätten-Chef Hans-Joachim Uecker, wird zumindest die Terrasse mit hundert Sitzplätzen zum Mainuferfest am 20. Juni offen sein.

Der Geschäftsführer der gemeinnützigen Tochter der Arbeiterwohlfahrt ist sich sicher: Das Lokal am Büsingpark, das innen 80 Plätze bietet, wird „ein Sahnestückchen“. Es gibt schon jetzt Anfragen für Hochzeitsfeierlichkeiten.

Auch Oberbürgermeister Horst Schneider lobt die „schönste autofreie Terrasse“ in der Innenstadt. Da die Stadt gerade den Spielplatz vom angrenzenden Lilipark vors künftige Café verlegt und bei Verschönerungsarbeiten im Park Dickicht und Hecken gelichtet wurden, ist der Flachbau deutlicher ins Sichtfeld gerückt. Eigentlich hätten schon die ersten Sonnentage im April genutzt werden sollen: Aber die Baugenehmigung ließ auf sich warten, erst gestern wurde sie vom OB offiziell überbracht. Zu den Verzögerungen war es gekommen, weil Planung und Abstimmung mit den Ämtern mehr Zeit erfordert hatten als ursprünglich gedacht.

Die gestrige Zusammenkunft nutzten die Offiziellen auch, um den Mietvertrag zwischen der Stadt als Eigentümerin der ehemaligen Altentagesstätte und den Werkstätten Hainbachtal zu unterzeichnen. Zu den Modalitäten zählen: Die Werkstätten sanieren das 1958 errichtete Gebäude für rund 400 000 Euro und zahlen dafür zehn Jahre lang keine Miete, bekommen sogar noch einen städtischen Zuschuss von 100 000 Euro sowie 50 000 Euro von der AWO. Für das Geld wird in den Räumen, deren 50er-Jahre-Charme weitgehend erhalten bleiben soll (ebenso wie die typischen Glastüren) unter anderem eine moderne Küche eingebaut. Links neben dem Gebäude entsteht außerdem eine Toilettenanlage, die auch für die Park-Besucher zugänglich sein soll.

Im Stadtcafé, für das Ex-Schlachthof und Bürgerhaus-Rumpenheim-Wirt Andreas Henning als Koch verantwortlich sein soll, wird es nicht nur Kaffee und Kuchen geben, sondern vor allem auch einen Mittagstisch mit etwa zehn Speisen. Ob das Prinzip „Draußen gibt‘s nur Kännchen“, das in vielen deutschen Freiluftlokalen gilt, auch im neuen Stadtcafé beherzigt wird? „Das war das erste, was ich im Waldcafé abgeschafft habe“, lacht Uecker. „Hier kriegt jeder, was er will, von mir aus auch eine halbe Tasse Kaffee.“

Wie im AWO-Waldcafé im Hainbachtal werden im neuen Gastronomiebetrieb behinderte Menschen die Kundschaft bewirten. Ein Treffpunkt ausschließlich für Senioren soll das Lokal nicht sein: Ein Kolleg steht Vereinen und anderen Organisationen zur Verfügung. Außerdem sind Musikveranstaltungen geplant. Die geplanten Öffnungszeiten sind täglich zwischen 10 und 18 Uhr, können bei Bedarf aber auch ausgeweitet werden.

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