Alter Friedhof wird neu belebt

Offenbach (mad) ‐ Auf den Offenbacher Gottesäckern soll es künftig mehr Bestattungsmöglichkeiten geben. So sind auf dem Alten Friedhof dank eines neuen technischen Verfahrens wieder Erdbestattungen möglich. Auf allen Friedhöfen der Stadt werden zudem die Urnenwände, die sogenannten Kolumbarien, erweitert.

Der Alte Friedhof an der Hebestraße wurde im Juli 1997 für Erdbestattungen dicht gemacht. Grundwasser drang in die Grabkammern ein und hinderte den natürlichen Verwesungsprozess der Leichen. Beigesetzt wurde seitdem nur noch in Urnen.

Künftig werden die Gräber mit einer Textilfolie ausgekleidet, die verhindert, das Grundwasser ein- und Leichenwasser austritt. Die Folie wird bei diesem Grabhüllensystem nach der Beisetzung mittels Reißverschluss geschlossen, so dass der Grabraum hermetisch abgeriegelt ist. Zwei Belüftungsrohre sorgen für die Sauerstoffzufuhr und damit für einen normalen Verwesungsprozess über 25 bis 30 Jahre.

Teueres Grab

Das System ist seit 15 Jahren erprobt, sagt Peter Walther, Chef des ESO, der für die Friedhöfe zuständig ist. Der Mehraufwand schlägt sich aber auch in den Kosten nieder. 2.340 Euro sind für ein solches Grab zu zahlen. Das sind 946 Euro mehr als für ein übliches Dauergrab.

Dass die Mehrkosten für viele keine Rolle spielen werden, davon sind Walther und Friedhofsdezernent Paul-Gerhard Weiß überzeugt. Besonders jene, die Familiengräber auf dem Alten Friedhof haben, äußern regelmäßig den Wunsch, diese auch wieder nutzen zu können, so Weiß. Er erhofft sich durch die neuen Bestattungen und Grab pflegende Angehörige auch wieder etwas mehr Leben auf dem weitläufigen parkähnlichen Areal.

Mehr Raum für Urnen

Weil die Beisetzungen in den seit zehn Jahren existierenden Urnenwänden mittlerweile etwa 15 Prozent der jährlichen Bestattungen in Offenbach ausmachen, sollen die Kolumbarien erweitert und aufgewertet werden. Seit Einführung der Bestattungsform wurden laut Peter Walther immer die gleichen Wände aufgestellt, nun sollen bei der Erweiterung neue, hochwertigere und schönere her.

Auch das ist mit höheren Kosten verbunden: Die Gebühr für die 30-jährige Nutzung einer Nische mit zwei Urnen im Kolumbarium steigt von 870 auf 990 Euro. Für die Verlängerung sind pro Jahr statt bisher 29 nunmehr 33 Euro zu berappen.

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