Altes Haus verursacht zu hohe Kosten

Offenbach - (mk)  Das Klinikum Offenbach macht sich fit für die Zukunft: Im Neubau des Bettenhauses, das Ende 2009 den Betrieb aufnimmt, läuft der Innenausbau auf Hochtouren. Inzwischen steht auch der Umzugstermin fest. Kurz vor Weihnachten, am Samstag, 19. Dezember, zieht die Klinik um.

Gut für die Patienten, schlecht fürs Personal: An diesem Wochenende wird jede helfende Hand gebraucht - Urlaubstage sind wohl gestrichen.

„Wir liegen mit dem Neubau im Zeitplan“, heißt es aus dem Starkenburgring. Der Umzug in den 142 Millionen Euro teuren Komplex mit 722 Betten bedeutet eine logistische Herausforderung. Doch angesichts des stark sanierungsbedürftigen Zentralgebäudes (errechnet wurde seinerzeit ein Volumen von 128 Millionen Euro) war der Neubau die einzige Alternative, „um weiter eine medizinische Maximalversorgung zu bieten und damit den Gesundheitsstandort Offenbach zu erhalten“.

Wie Hans-Ulrich Schmidt als Geschäftsführer der stadteigenen Klinikum Offenbach GmbH erläutert, werde die räumliche Aufteilung den veränderten Betriebsabläufen angepasst. Das derzeitige Zentralgebäude – zur Zeit seiner Erbauung 1974 eines der modernsten in Deutschland – entspreche nicht mehr den Anforderungen und verursache unnötig hohe Personal- und Sachkosten. „Kein Wunder, denn das Stadtkrankenhaus war für die Behandlung von 17 000 Patienten geplant, heute behandeln wir jährlich mehr als 32 000.“

Ein Beispiel: Von der Neuausrichtung profitieren unter anderem werdende Mütter, die ihr Baby in Offenbach zur Welt bringen. Die Frauenklinik im heutigen 14. Stock des Bettenhauses und die weit entfernt in einem separaten Gebäude gelegene Kinderklinik mit Perinatalzentrum werden nach dem Umzug „Wand an Wand liegen“, kündigt das Klinikum an. Sollte ein Neugeborenes medizinische Betreuung benötigen, ist die Mutter dann gleich bei ihm. Neben dem gesamten Leistungsspektrum für die normale bis zur Hochrisiko-Schwangerschaft biete die neue Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe auch ein wesentlich schöneres Ambiente.

Eine weitere Neuerung betrifft die Onkologie, die Wissenschaft, die sich mit Krebs befasst. Das Lungentumorzentrum, das die Bedürfnisse der Patienten in den Mittelpunkt rückt, wurde im März eröffnet, drei weitere Zentren dieser Art befinden sich im Aufbau - unter dem Dach des Zentrums Integrierte Onkologie Offenbach (ZIO). Nach dem Brustkompetenzzentrum arbeitet auch das Lungentumorzentrum mit einem Netzwerk aus mehr als 20 Experten aus der Region und Mittelhessen zusammen. Ein Grund: „Es kann sich heutzutage kein Haus mehr leisten, für jedes Fachgebiet einen hoch spezialisierten Kollegen vorzuhalten.“

Daher werden am ZIO derzeit auch für die Bereiche Viszeral-/ Darm, Prostata und Neurologie neue Zentren aufgebaut. Entscheidender Vorteil: Sie arbeiten nicht mehr arzt-, sondern patientenzentriert. Während früher der Betroffene oft vom Hausarzt zur ambulanten Chemotherapie, von dort zum Klinikum und wieder zum Hausarzt laufen musste, treffen sich jetzt die Spezialisten am Bett des Patienten. Für die zwei vorhandenen und die drei geplanten Schwerpunktzentren unter dem ZIO-Dach bietet der Neubau bald „perfekte Voraussetzungen“.

www.klinikum-offenbach.de

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