Gewappnet für die Konfrontation

Offenbach - Eine Aussage vor Gericht ist auch für die meisten unbescholtenen Menschen eine unangenehme, belastende Angelegenheit. Von Jenny Bieniek 

Um ihnen den Aufenthalt am Offenbacher Amtsgericht trotzdem so angenehm wie möglich zu machen, betreut der Verein Hanauer Hilfe dort seit November vergangenen Jahres ein sogenanntes Zeugenzimmer. Zeugen und Opfern von Straftaten wird damit ein geschützter Aufenthaltsraum geboten, in dem sie Wartezeiten vor, während und nach der Verhandlung in räumlicher Distanz zum Angeklagten und seinem Umfeld verbringen können. Eine ausgebildete Sozialarbeiterin steht als Ansprechpartnerin zur Verfügung und hilft den Opfern, sich mental auf die ihnen meist unvertraute Prozess-Situation vorzubereiten. Daneben kümmert sie sich bei Bedarf auch um die Betreuung des Nachwuchses während der Verhandlung. Mit dem Aufbau eines solchen Zeugenzimmers ist das Amtsgericht der EU-Opferschutzrichtlinie nachgekommen, der zufolge Opfer das Recht auf Vermeidung des Zusammentreffens mit dem Straftäter, etwa auf dem Gerichtsflur, haben.

Großen Wert haben die Verantwortlich darauf gelegt, dem Raum mittels Couch und Pflanzen eine ruhige, angenehme Atmosphäre zu geben. Wer möchte, kann das Zeugenzimmer schon im Vorfeld einer Verhandlung aufsuchen, etwa, um Fragen zum Ablauf am Verhandlungstag zu klären. Noch ist das Zeugenzimmer nur montags und mittwochs zwischen 8 und 17 Uhr sowie nach Vereinbarung besetzt. Ab Februar sind Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin dort montags bis donnerstags von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie nach Vereinbarung anzutreffen. „Die Durchwahl zum Zeugenzimmers wird künftig auch auf den Ladungen zu finden sein“, kündigt Amtsgerichts-Vizepräsidentin Petra Schott-Pfeifer an.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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