Andächtig im Park

Pfarrer Georg Friedrich Metzger und der Posaunenchor Dudenhofen gestalteten den stimmungsvollen „Advent im Park“. - Foto: Georg Einstimmung auf die besinnliche Weihnachtszeit: Dazu lädt alljährlich die evangelische Friedenskirchengemeinde. Die Adventsfeier im Dreieichpark ist Tradition am Samstag vor dem 4. Advent.

Offenbach - Von weitem sind Lichter zu erkennen. Das Lied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ ist zu hören. Begleitet vom Posaunenchors Dudenhofen hallen zaghafte Stimmen. Es ist wieder Zeit für „Advent im Park“. Von Ramona Poltrock 

„Wir haben ja jeden Samstag Wochenschlussgottesdienst“, sagt Georg Friedrich Metzger. „Das war im Grunde der zum vierten Advent.“ Seit mehr als zehn Jahren veranstalten der Pfarrer und seine Gemeindehelfer „Advent im Park“. Die Andacht soll Menschen aus dem Kommerz herausholen. „Ich will ein paar Leute in die christliche Weihnachtsstimmung mitnehmen“, erläutert Metzger.

Mehr als 50 Menschen sind seinem Ruf gefolgt und lauschen andächtig der Predigt. Er spricht von der Hektik im Leben. Von der Tatsache, dass der Körper manchmal mehr sieht und spürt als wir und irgendwann anfängt zu streiken. Und von Engeln. Die man vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennt, aber im Nachhinein als solche empfindet. Weil sie etwas in einem bewegt haben.

Inge und Manfred Exner sind zum ersten Mal dabei. Das Ehepaar hat in unserer Zeitung davon gelesen. Ihren Samstag voller Weihnachtsvorbereitungen wollen sie mit einer Andacht beschließen. „Wir haben den Weihnachtsbaum aufgestellt, ein paar Geschenke eingepackt und ein Probeessen gemacht“, sagt Inge Exner. „Unser Sohn war da“, ergänzt ihr Mann. „Und nach all den Vorbereitungen haben wir gedacht, wir kommen her“, führt sie weiter aus.

Für sie hat sich der Ausflug gelohnt. „Ich schicke immer eine Rundmail mit Weihnachtsgrüßen. Diesmal werde ich etwas zum Thema Engel schreiben“, erzählt Inge Exner, der die Predigt sehr gut gefallen hat. „Jeder findet irgendeinen Engel im Jahr, der den Weg weist oder einem was Gutes tut. Vielleicht hat man es nicht sofort gemerkt, aber im Nachhinein denkt man: Ja, das war so ein menschlicher Engel.“ Mit Tränen in den Augen ergänzt sie: „Stimmt, es gab etliche Engel in diesem Jahr.“

Das Ehepaar hat eine Kerze mitgebracht. Und zwar nicht irgendein Windlicht, wie gewünscht. Weil dem Ehepaar Rituale und Traditionen zur Weihnachtszeit wichtig sind, haben sie ein Friedenslicht dabei. Manfred Exner: „In der heutigen Zeit geht der Zusammenhalt, wie er in der Kirche oft noch zu finden ist, immer mehr verloren. Überall ist Hektik. Aber das Licht bleibt an.“ Auch wenn beide, ihren Reden nach zu urteilen, nicht besonders gläubig sind: Sie wissen, wofür dieses Licht steht. „Es verbindet in der Adventszeit, und es ist das, was man nicht kaufen kann: Frieden!“ So nehmen die beiden mehr als nur eine Erkenntnis mit nach Hause.

Die Kollekte ist übrigens für Bedürftige der Gemeinde bestimmt: Pfarrer Metzger weiß, an wen das Geld geht.

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