Angst vorm Kettenreißer

Offenbach (mcr) - Serientätern, die noch nicht erwischt wurden, verpasst der Volksmund ruckzuck einen Spitznamen. Der Unbekannte beispielsweise, der in den vergangenen Wochen mehrere ältere Damen beraubt hat, ist mittlerweile als der „Kettenreißer“ gefürchtet.

Und das zurecht. Am Mittwoch hat er wieder zugeschlagen, zerrte vor dem Brunnenweg 94 einer 79-Jährigen urplötzlich ihre Goldkette mit Herz-Anhänger vom Hals, nachdem er sie gegen 16.35 Uhr nach der Uhrzeit gefragt hatte. Er flüchtete mit der Beute, hinterließ aber einen bleibenden Eindruck: Südländer, kurzes Schwarzhaar, etwa 18 Jahre, bestenfalls 1,70 Meter groß, schlanke Figur in einem dunkelblauen Anzug.

Und offenbar unter heftiger Gier leidend. Dienstagabend letzte Woche, 18.45 Uhr: Ein ganz ähnlich beschriebener Südländer bekommt ein goldenes Herz mit zwei Brillanten zu fassen, als er in der Rödernstraße einer Seniorin die Goldkette wegreißen will. 4. August, Alter Friedhof: Ein junger Räuber, Optik wie gehabt, will einer Seniorin im Vorbeilaufen die Halskette klauen. Doch das Schmuckstück geht kaputt. Der Täter dreht um, krallt nun nach der Handtasche einer anderen Frau, hat aber keine Chance gegen ihren eisernen Griff. Minuten später schnappt die Polizei einen 16-Jährigen, vernimmt ihn, setzt ihn vorübergehend wieder auf freien Fuß.

Dass er trotz des Warnschusses der Fahnder einfach weitergemacht hat? Möglich. Der leitende Ermittler, Kriminalhauptkommissar Andreas Kaiser, bestätigt die Parallelen der Taten, geht für die „Überfalle gleicher Machart“ von einem einzigen Täter aus. Nach dem werde jetzt mit Hochdruck gefahndet. Und: „Wir haben schon erste Spuren ausgewertet und sind uns sicher, den Täter bald zu stellen.“

Zeugen könnten trotzdem helfen. Gerade, was die jüngste Tat betrifft. Die Kripo hört unter der Nummer 069 8098-1234 rund um die Uhr aufmerksam zu.

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