Angst vorm Sportler-Lärm

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An der Tennishalle der TSG Bürgel soll das neue Sportzentrum entstehen.

Offenbach - Mitunter ging’s hitzig zu bei der Bürgerversammlung zum geplanten Sportzentrum Bürgel, das an der Rumpenheimer Straße entstehen soll. Etliche Vereinsmitglieder und Anwohner rund um die Maingaustraße besuchten am Mittwoch das Vereinsheim der TSG Bürgel in der Jahnstraße. Von Stefan Mangold

Doch drehte es sich dabei weniger um die Fakten (da die Turnhalle der TSG in der Jahnstraße marode ist und der Stadtteil ein Sportzentrum braucht, stemmen Stadt und Verein gemeinsam ein 3,5-Millionen-Euro-Neubauprojekt) als um Nebenaspekte.

Ingenieur Johannes Dillig aus Simmern sollte die Pläne fürs neue Zentrum vorstellen, hatte es aber nicht leicht, sich durchzusetzen. Ständig vermengten sich die Interessenslagen von Vereinsmitgliedern, die um Tennis-Komfort fürchten, mit denen von Nachbarn, die Angst vor künftigem Lärm haben.

So bemängelte eine Tennisspielerin der TSG, dass in der Tennishalle, an die das Sportzentrum angrenzen soll, ein Platz der Kegelbahn weichen müsse. Außerdem seien zwei Plätze im Außenbereich zu knapp am Zaun geplant - „uns fehlt der Auslauf.“ Einem anderen Freund des weißen Sports fiel auf, „dass nicht mehr überall ein Doppel“ gespielt werden könne.

Oberbürgermeister Horst Schneider, der Sportdezernent, wies darauf hin, dass solche Probleme eher Themen für eine Mitgliederversammlung der TSG seien. An diesem Abend gehe es aber „um die rechtliche Komponente des Bebauungsplans.“

Dazu passte eher, dass die zukünftigen Anwohner befürchten, Besucher des Restaurants, insbesondere der Terrasse, könnten sie in den Sommermonaten am Schlafen hindern. Sie seien doch schon geplagt: Von den Plätzen des Sportclubs 07 dringe zuweilen bis nach Mitternacht bei Feiern laute Musik herüber. Unterhielten sich dort Leute, „verstehen wir jedes Wort.“ Auch noch aus einer anderen Richtung bräuchten sie so etwas nicht. Ingenieur Dillig wies auf das Schallgutachten hin: Aus dem Innern des Lokals dürfte wegen einer Schallschleuse selbst bei offener Tür kein Lärm dringen, die Terrasse müsse um 22 Uhr schließen. Das reicht den Nachbarn nicht: Sie befürchten, von Alkohol beseelte Sportler könnten sich vorm Restaurant zu laut unterhalten. „Deshalb hat das ganze Gutachten nichts mit der Realität zu tun,“ meinte Anwohner Stefan Eckerlein.

Ganz aus der Luft gegriffen war das nicht, wie sich nach dem Ende der Veranstaltung zeigte: Als sich die Versammlung spät auflöste, trafen die Teilnehmer auf Sportler, die vor der Jahnhalle plaudernd beieinander standen; daneben parkte ein offenes Auto, aus dem heraus Techno-Musik die Gegend beschallte.

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