Ansage auf Knopfdruck

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An der Haltstelle Marktplatz wurden vier dieser Geräte installiert. Drückt man die Taste, so liest eine Stimme die Fahrplandaten vor.

Offenbach  ‐ Menschen mit Sehbehinderungen haben es künftig beim Busfahren etwas leichter: Die Stadt hat an der Haltestelle Marktplatz vier Geräte installiert, die auf Knopfdruck den Fahrplan ansagen. Von Matthias Dahmer

Sie bestehen aus einem großen gelben Tastenfeld – ähnlich dem an Fußgängerampeln – und einem Lautsprecher, der in etwa die gleiche Größe wie das Tastenfeld hat. Drückt man die Taste, so liest eine elektronische Stimme die Fahrplandaten vor, die gerade aktuell auf den Anzeigetafeln dargestellt sind. Vorgelesen werden dabei die nächsten Abfahrten der Busse und Bahnen, die genaue Abfahrtszeit in Minuten, die Fahrtrichtung und von welchem Bussteig die Busse starten.

Die Ansagegeräte sind an die Masten der Anzeigetafeln montiert. Derzeit finden Sehbehinderte die Tastenanlage noch durch ein akustisches Signal, das die Apparatur permanent aussendet. Für einen späteren Zeitpunkt ist geplant, dass man zu den Ansagern mittels der sogenannten Blindenleitstreifen findet. Dazu werden im Boden weiße und mit einer Riffelung versehene Steine eingelassen. Da der Bereich der Haltestelle Marktplatz aber voraussichtlich in den kommenden Jahren umgestaltet werden soll, wurde dieses Vorhaben zunächst noch einmal auf Eis gelegt.

Ansagegeräte im Zuge eines europaweiten Programms installiert

Bei der Umsetzung der akustischen Ansagen hatte die dabei federführende Stadttochter „Nahverkehr in Offenbach“ (NiO) Unterstützung von der Offenbacherin Helene Wenzel, die selbst blind ist und viel mit den Bussen in Offenbach unterwegs ist. Sie gab wertvolle Hinweise in Bezug auf die Verständlichkeit der Ansagen, hatte Einfluss auf die Montage der Ansagegeräte an den Display-Masten und stand auch bei weiteren Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Helene Wenzel, die mit dem Projektleiter Klaus Pormetter und NiO-Geschäftsführerin Anja Georgi, die Ansagen in Betrieb genommen hat, sagt: „Es ist eine sehr gute Sache, dass es für uns Blinde und Sehbehinderte jetzt diese Ansagen am Marktplatz gibt.“

Die neuen Geräte laufen in einem zeitlich nicht befristeten Probebetrieb. Während der Testphase wird die NiO gegebenenfalls noch technische Feinjustierungen vornehmen. Die Ansagegeräte wurden im Zuge eines europaweiten Programms installiert, das den Zugang und die Anbindung zum Nahverkehr verbessern soll. Insgesamt hat das über drei Jahre laufende Projekt ein Volumen von rund 7,3 Millionen Euro. Davon entfallen auf Offenbach etwa 760.000 Euro, von denen rund 50 Prozent durch die EU getragen werden. Bei dem Programm arbeiten elf Partner aus sieben nordwesteuropäischen Ländern zusammen.

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