Terror in Frankreich

Offenbacher Fußballfans unversehrt aus Paris zurück

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Deutsche Fans beim Verlassen des Stadions in Paris.

Paris - Als während des Länderspiels zwischen Frankreich und Deutschland die Terroranschläge verübt wurden, waren auch Fußballfans aus der Region in der Stadt. Lange war unklar, wie es ihnen geht. Inzwischen steht fest: Sie sind wohlauf und auf dem Heimweg.

Eingefleischten Fans der Offenbacher Kickers war beim Anblick des Plakates mit der Aufschrift "Invasion Senfkurve" sofort klar: Auch Anhänger des OFC gehörten zu den Zuschauern des Fußball-Länderspiels zwischen Frankreich und Deutschland. Was gestern um kurz nach 21 Uhr noch freudig zur Kenntnis genommen worden war, wandelte sich später in große Sorge.

Als klar war, dass es in Paris Terroranschläge mit mehr als 100 Toten gegeben hatte, äußerten viele die Hoffnung, dass den OFC-Fans nichts passiert ist. Weil das Mobilfunknetz in Paris teilweise überlastet war, herrschte lange Ungewissheit - bis die Mitglieder der "Invasion Senfkurve" selbst Entwarnung gaben. "Uns geht es allen gut. Danke, dass Ihr Euch alle Sorgen gemacht habt", lautete der Inhalt einer Nachricht auf Facebook.

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Die vier jungen Männer sind inzwischen auf der Heimreise, ebenso ein Fan aus Langen. Er beschreibt den Abend als "surreal": "Wir im Stadion haben ein lautes Knallen gehört. Die meisten haben an einen Böller gedacht. In Frankreich kommt man nach Charlie Hebdo aber auch auf andere Gedanken." Erst nach der Halbzeit-Pause habe man erfahren, dass es Anschläge in der Stadt gegeben hatte. "Die Stimmung war fort, das Stadion bis auf den Torjubel still." Später sprach sich herum, dass das Stadion abgeriegelt worden sei. "Einzelne, die es verlassen wollten, kamen in der Tat zurück", berichtet der Langener. "Wohl haben wir uns nicht mehr gefühlt."

Ebenfalls wohlauf und schon zurück in der Heimat sind André Rolli und seine Lebensgefährtin Jaqueline Schnelle, wie deren Schwester berichtete. Das Paar aus Offenbach musste auf dem Weg vom Stadion zum Hotel noch einmal kurz die Luft anhalten. Grund war ein herrenloses Päckchen. Die Sorge war zwar unbegründet, aber verständlich. Peter Wolff, OFC-Fans unter dem Namen Streu bekannt und regelmäßig Besucher von Spielen der deutschen Nationalmannschaft, war ausnahmsweise nicht in Paris.

(cd)

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