Zur Arbeit über die Arbeit

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Integration in den ersten Arbeitsmarkt ist das Ziel.

Offenbach - „Alles unter einem Dach. Was wie ein Werbeslogan für eine Baumarktkette klingt, ist in Wirklichkeit ein neues Konzept des Jobcenters „MainArbeit“ bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen, die Bezüge nach dem Sozialgesetzbuch II erhalten (Hartz IV). Von Dirk Beutel

Das so genannte Aktivierungszentrum hat jetzt auf dem Gelände der Gemeinnützigen Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft mbH (GOAB) in der Mühlheimer Straße seine Arbeit aufgenommen. Seit Beginn dieser Woche werden dort vom Jobcenter zugewiesene Teilnehmer erwartet.

Das Neue am Projekt: Informationsmaterial, Workshops, Arbeitsstellensuche, Betreuer und vor allem Möglichkeiten der Arbeitserprobung werden an einem Ort angeboten. Neben der GOAB gehört die Stiftung Lebensräume zu den Trägern.

Nachdem der Teilnehmer an seinem ersten Tag in das Programm aufgenommen wird, geht es gleich am zweiten Tag in einem Arbeitsangebot, das die GOAB anbietet, weiter. Damit aber nicht genug: Die Arbeitslosen bekommen bis zum Ende ihrer Zeit im Aktivierungszentrum einen persönlichen Berater. Dieser soll mit dem Teilnehmer in einem Integrationsplan den Weg zurück ins Arbeitsleben ebnen.

Wird ein Talent oder eine besondere Stärke beim Teilnehmer festgestellt, orientieren sich alle weiteren Aktivitäten daran. Dazu können Arbeitserprobungen gehören, Gruppenberatungen und Vermittlungshilfen. Im Falle gesundheitlicher oder familiärer Probleme, die eine Vermittlung behindern, kümmert sich der Berater um medizinisches Fachpersonal und psychosoziale Unterstützung. Dazu gibt´s ein Bewerbungstraining und Tipps für das Vorstellungsgespräch.

Erste Erfolge gibt es schon

Tatsächlich wurden in den ersten drei Tagen des Aktivierungszentrums schon zwei Teilnehmer in einen Vollzeitjob vermittelt, ein weiterer in eine geringfügige Beschäftigung. Matthias Schulze-Böing, Geschäftsführer der „MainArbeit“: „Ein 400-Euro-Job ist ganz gut, unser Ziel muss aber eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt sein.“ Hierbei spiele das Praktikum als wesentliches Instrument der Vermittlung eine große Rolle.

Raus aus der Isolation der Arbeitslosigkeit und zurück in einen bezahlten Job. Um dies so schnell und effizient wie möglich umsetzen zu können, gibt Schulze-Böing die Marschrichtung des neuen Aktivierungszentrums vor: „Der beste Weg zurück zur Arbeit geht über die Arbeit.“ Und die gibt es hier in der Mühlheimer Straße zuhauf: in der Metall- oder Zweiradwerkstatt, beim Landschaftsgartenbau oder im Recycling-Zentrum.

In zehn Werkstätten stehen 20 Arbeitsprofile und 150 Plätze für Arbeitserprobungen bereit. Weitere zehn Profile und 80 Erprobungsangebote bieten externe Betriebsstätten. „Bei uns wird den Teilnehmern nicht irgendeine Arbeit zugewiesen, sie werden in einer Beschäftigung fit gemacht, die zu ihnen passt“, sagt die stellvertretende GOAB-Geschäftsführerin Gudrun Reinhart. Zwar seien viele Helferberufe unter den Berufsprofilen. Aber, wie Reinhart versichert: „Wir gaukeln hier nichts vor. Das sind echte Jobs, die auch auf dem Arbeitsmarkt gesucht und angeboten werden.“

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