Arbeitsagentur bietet schnelle Hilfe für Roländer

Offenbach - Die Arbeitsagentur in Offenbach hat den rund 1000 von der Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeitern bei „manroland“ schnelle Hilfe zugesagt. Geplant ist die Einrichtung einer Transfergesellschaft. 

Die von den Teilschließung des „manroland“-Werks in Offenbach betroffenen Arbeitnehmer stürzen nicht in die Arbeitslosigkeit. Es werde eine Transfergesellschaft zum 1. Februar gegründet, erklärte heute eine Sprecherin der Arbeitsagentur Offenbach. Für die Menschen, die derzeit Insolvenzgeld beziehen, sei damit ein nahtloser Übergang möglich. „In solchen großen Fällen gehen wir immer in die Betriebe und klären mit den Betroffenen individuell ihre Lage.“

Infolge der Insolvenz verlieren dort voraussichtlich mehr als 1000 Beschäftigte ihren Job. Das Werk soll nur noch mit 750 Beschäftigten bis zum Einstieg eines noch nicht gefundenen Investors weitergeführt werden. Geplant ist die Einrichtung einer Transfergesellschaft, die die Betroffenen qualifizieren und in andere Jobs vermitteln soll. Damit kann auch der Bezug von Arbeitslosengeld hinausgezögert werden.

Sie erhalten dann für bis zu zwölf Monate das sogenannte Transfer-Kurzarbeitergeld, das aus Versicherungsbeiträgen der Arbeitsagentur stammt. In der Höhe entspricht es mit 60 Prozent vom Netto (67 Prozent mit Kind) dem Arbeitslosengeld I. Die Transferzeit gilt nicht als Arbeitslosigkeit, wenngleich sich die Betroffenen arbeitssuchend melden müssen.

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Welche private Transfergesellschaft den Zuschlag für die Betreuung der Offenbacher Manroland-Beschäftigten erhalte, liege in der Hand des Insolvenzverwalters, sagte die Agentursprecherin. Dieser habe noch nicht entschieden. In der Transferzeit sollen die Menschen weiterqualifiziert und möglichst in neue Jobs vermittelt werden.

Die Alteigentümer Allianz und MAN haben dafür bislang 24 Millionen Euro bereitgestellt. Derzeit erhalten die zuletzt noch rund 1800 Beschäftigten bis Ende Januar Insolvenzgeld. Die genauen Modalitäten der Beschäftigungsgesellschaft seien noch nicht geklärt, sagte die Agentursprecherin. Sie wies darauf hin, dass die allgemeine Situation am Arbeitsmarkt derzeit sehr positiv sei. Nach dem monatlichen Arbeitsmarktmonitor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) fehlten in Bayern 15.200 und in Hessen 7400 Ingenieure verschiedener Fachrichtungen.

Allerdings könne der lokale Arbeitsmarkt allein nicht verkraften, wenn eine große Zahl ähnlich qualifizierter Menschen auf einmal komme. Es müsse jeder Fall individuell bearbeitet werden um die jeweils richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Die Stadt Offenbach hat in Hessen die höchste Arbeitslosigkeit mit einer Quote von zuletzt rund 10 Prozent.

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