Waldhof hat es nicht leicht

Hartnäckigkeit bringt Erfolg

+
Am runden Tisch berät der Arbeitskreis Waldhof mit dem Oberbürgermeister über die Zukunft des Ortsteils: Peter Heckt, Dietrich Kuschel, Horst Schneider und Frank Weber vom Ordnungsamt (von links) kommen dabei auf einen Nenner.

Waldhof - Biebers Ortsteil Waldhof hat es nicht leicht. Fehlende Einkaufsmöglichkeiten, Lärm durch die B448 und leerstehende Gebäude im Zentrum bereiten dem Arbeitskreis Waldhof immer wieder Sorgen. Zum Glück hat Oberbürgermeister Horst Schneider ein offenes Ohr. Von Corinna Hiss

„Der Kern von Waldhof wird immer maroder“, beschwert sich Dietrich Kuschel, einer der Sprecher des Arbeitskreises, zu Beginn der vergangenen Sitzung. Für die hatte sich Oberbürgermeister Schneider angekündigt, um mit den Waldhofer Bürgern über ihren Stadtteil zu reden. Am Runden Tisch können all die Themen angesprochen werden, bei denen sie „der Schuh drückt“.

Ein besonderes Anliegen des Arbeitskreises ist die Weiterentwicklung des Ortsteils zu einem vollständig versorgten Gebiet. „Waldhof braucht mehr Belebung, aber vor allem eine bessere Infrastruktur“, lautet die Forderung an Schneider. Eine Sparkasse, bei der es nur einen Automaten gibt, und ein Supermarkt, der eine ungenügende Auswahl hat, wollen sie nicht länger hinnehmen. „Ich habe kein Auto, da wird jeder Supermarktbesuch in Bieber zum Kraftakt“, beschwert sich beispielsweise ein älterer Anwohner.

„Bis jetzt ist Waldhof zu klein, als dass dort investiert wird“

Schneider kann darauf eine klare, wenn auch wenig tröstliche Antwort geben: „Bis jetzt ist Waldhof zu klein, als dass dort investiert wird.“ In ferner Zukunft soll zwischen Seligenstädter Straße und Bieberbach – südlich des jetzigen Zentrums – Waldhof II entstehen und so der Stadtteil durch neue Einwohner belebt werden. Bis dahin sei abzuwarten, ob sich nicht doch ein Investor findet. Der OB sagt zu, sich mit den Eigentümern der leer stehenden Gebäude in Verbindung zu setzen, dass eventuell neuer Wohnraum entstehen kann.

Was den Bau der neuen Grundschule mitsamt der ersehnten Turnhalle betrifft, hat Schneider allerdings konkrete Zahlen zu nennen. Trotz „witterungsbedingtem Verzug“ könne die Schule ab Ostern 2014 besucht werden. Auch die Turnhalle nimmt langsam Gestalt an. Die Planung sei fertig und die Baugenehmigung in Bearbeitung. „Ende 2014 können wir loslegen“, verspricht Schneider. Diese Nachricht erfreut den Arbeitskreis, konnte er dieses Jahr das beliebte Waldhoffest nicht ausrichten. Mit dem Bau der Schule ist aber schon beschlossene Sache, die Feier nächstes Jahr auf dem neuen Schulhof abzuhalten.

B448 zu laut

Ein weiterer Punkt, der Waldhofs Anwohner bedrückt, ist die B448, die an den Ortsteil angrenzt. „Es fehlen Leitplanken zum Schutz der Bewohner“, stellt Kuschel fest. Auch da kann Schneider beschwichtigen. Hessen Mobil habe zugegeben, dass es sich um einen Planungsfehler handle. „Die Leitplanken werden angebracht“, teilt der OB mit. Und auch auf die Beschwerde, nachts würden Motorradfahren die Seligenstädter Straße als Rennbahn nutzen, hat er einen konkreten Tipp: „Wenn das noch mal vorkommt, einfach das Erste Polizeirevier anrufen unter Tel.: 069 8098-5100.“

Der Oberbürgermeister und der Arbeitskreis Waldhof scheinen sich zu verstehen. Anstelle unsachlicher Anschuldigungen werden Probleme neutral angesprochen und von Schneider ernst genommen. „Der Arbeitskreis ist hartnäckig und wirklich engagiert“, freut sich das Stadtoberhaupt. So ist es besagter Hartnäckigkeit zu verdanken, dass das Haltestellenhäuschen an der Ottersfuhrstraße neu aufgebaut wird, obwohl es schon oft demoliert wurde.

In einem Punkt aber konnten sich die Anwohner nicht einigen. Die Frage, ob im Naturschutzgebiet an der Bieber ein befestigter Pfad entstehen soll, wird erst einmal vertagt. „Ich bin trotzdem zufrieden“, sagt Dietrich Kuschel am Ende der Sitzung. „Schneider hat uns zugehört und hatte wirklich konstruktive Ideen.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare