In Hanau und Hessen mehr Menschen ohne Job registriert

Arbeitslosenzahlen: Entspannung nur in Offenbach

Offenbach/Frankfurt/Hanau - Der Arbeitsmarkt zeigt sich stabil. Der Winter führt zu einem leichten Anstieg der Zahlen in Deutschland, Hessen und Hanau - anders sieht es in Offenbach aus. Von Marc Kuhn 

In Offenbach ist die Arbeitslosigkeit entgegen dem Trend in Deutschland und Hessen gesunken. Im Dezember waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Offenbach 15.012 Menschen arbeitslos gemeldet, 133 Personen oder 0,9 Prozent weniger als im November. Die Quote fiel auf 6,0 Prozent gegenüber 6,1 Prozent im November. „Der milde Winter, das Weihnachtsgeschäft und eine stabile Arbeitsmarktlage sorgten für einen positiven Ausklang des Jahres“, erklärte Thomas Iser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit. „Ein Blick auf die gemeldeten Stellen zeigt, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin konstant vorhanden ist. Im gesamten Jahr 2015 wurden 7,9 Prozent mehr Stellen als im Vorjahr gemeldet.“

In der Stadt Offenbach waren 6699 Menschen arbeitslos, 0,1 Prozent mehr als im November, wie die Agentur weiter berichtete. Die Arbeitslosenquote blieb stabil auf dem Vormonatswert von 10,1 Prozent. 8313 Erwerbslose sind im Landkreis Offenbach registriert worden, 1,6 Prozent weniger als im Vormonat. Auch im Dezember ging die Arbeitslosigkeit an allen Standorten zurück. In Langen gab es einen Rückgang von 34 auf 3080 Betroffene. Das sind 1,1 Prozent weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote fiel von 4,7 auf 4,6 Prozent. 3 141 Menschen waren im Bezirk Rodgau arbeitslos gemeldet, 40 Personen oder 1,3 Prozent weniger als im November. Die Quote ging von 5 auf 4,9 Prozent zurück. Im Seligenstädter Bezirk waren 2 092 Menschen arbeitslos, 63 Personen oder 2,9 Prozent weniger als im November. Daraus ergab sich eine Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent gegenüber 4,1 Prozent im November.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Offenbacher Agenturbezirk gestiegen. Nach den aktuell verfügbaren Zahlen vom März 2015 ergab sich mit 159.025 Beschäftigten ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, wie es hieß. 3 082 offene Stellen waren im Dezember bei der Agentur gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 16,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern waren im Dezember 10.296 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 116 Personen mehr als im Vormonat November. Die Quote erhöhte sich auf 4,7 Prozent, wie die Agentur erklärte. Im Bezirk der Hauptagentur Hanau wurden im Dezember 7 440 Arbeitslose registriert, 63 Betroffene mehr als im November. Die Arbeitslosenquote stagnierte bei 5,7 Prozent.

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Wegen des milden Winters ist die Zahl der Arbeitslosen in Hessen im Dezember nur leicht gestiegen. Etwa 168.165 Frauen und Männer waren ohne Job - das war der niedrigste Dezember-Wert seit 23 Jahren, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) laut dpa in Frankfurt berichtete. Die Zahlen seien mit denen von 1992 aber nicht direkt vergleichbar, weil vor den Hartz-Reformen deutlich mehr arbeitsfähige Menschen in den Arbeitslosenzahlen nicht berücksichtigt worden seien. Von daher sei die heutige Situation am Arbeitsmarkt günstiger einzuschätzen als die kurz nach der Wiedervereinigung. Im Dezember gab es in Hessen 956 Arbeitslose (plus 0,6 Prozent) mehr als im November. Die Quote blieb bei 5,1 Prozent.

In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 48.000 auf 2,681 Millionen gestiegen. Das seien 82.000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr, teilte die BA in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 6,1 Prozent. Den Anstieg führt die Agentur auf den Winter zurück. „Die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt hält auch zum Jahresende an: Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember allein aus jahreszeitlichen Gründen gestiegen. Arbeitskräftenachfrage und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickeln sich weiter positiv“, sagte Behördenchef Frank-Jürgen Weise.

Rubriklistenbild: © dpa

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