Stadträtin formuliert Vorgaben

ÖPNV-Einsparungen in Offenbach: Einschnitte im Angebot geplant

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Die Stadträtin formuliert Vorgaben für Offenbach. Einen Kahlschlag im ÖPNV wird es nicht geben.

Offenbach – Die Kosten im Busverkehr stehen nicht erst seit den Auswirkungen der Corona-Pandemie in keinem Verhältnis zu den Einnahmen. Doch durch die Pandemie hat sich die Lage dramatisch verschärft, es droht ein Millionenloch im städtischen Haushalt. Einsparungen beim ÖPNV sind daher nötig, die künftige Mobilitätsdezernentin Sabine Groß (Grüne) will bis zur Sitzung der Stadtverordneten am 15. Juli einen entsprechenden Plan vorlegen.

„Wir sind aktuell noch dabei, alles zu überprüfen – das bedeutet, einen neuen Nahverkehrsplan aufzustellen in kurzer Zeit“, sagt Groß unserer Zeitung. Im Haupt- und Finanzausschuss am 12. Juli möchte Groß den Plan vorlegen, einen Tag vor der Stadtverordnetenversammlung soll der Magistrat darüber entscheiden.

Besonders die erst angeworbenen Busfahrer sehen gespannt auf die geplanten Einsparungen, hatten doch die Koalitionäre laut darüber nachgedacht, dass auslaufende Verträge nicht verlängert werden sollten. Besonders die Linkspartei hatte dieses Ansinnen scharf kritisiert, zumal die Koalition behauptete, damit keine Entlassungen vorzunehmen – was formal stimmt, faktisch aber auf dasselbe hinausläuft.

ÖPNV in Offenbach: Kahlschlag wird es nicht geben.

Gegenüber den Verkehrsgesellschaften hat Groß schon einmal bestimmte Regeln formuliert, was an Einsparungen möglich ist und wo für sie die rote Linie verläuft. „Meine Vorgabe ist, dass der Fortbestand eines bedarfsgerechten Angebots des ÖPNV gesichert sein muss“, sagt sie. Einen „Kahlschlag“ im Angebot des Busverkehrs werde es daher nicht geben.

Einen Kahlschlag im ÖPNV wird es nicht geben.

Auch der Erhalt der Arbeitsplätze sei von ihr als Vorgabe für das Sparkonzept ausgerufen worden: Schon in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hatte Groß gemahnt, dass ein einmal beschlossener Abbau von Stellen und des Fahrtangebots nicht ohne weiteres zurückzudrehen sei, auch wenn sich die Nachfrage durch Kunden wieder erhöhe.

Allerdings: Ohne spürbare Einschnitte im Angebot wird sich der Verlust im ÖPNV nicht auffangen lassen – schließlich wurde die Verlustübernahme durch Stadt und Stadtkonzern gedeckelt. Und so soll die Besetzung und der Einsatz der Busse anhand der jeweiligen Fahrgastzahlen überprüft werden. Einschnitte zu den Hauptverkehrszeiten sollen vermieden werden.

ÖPNV in Offenbach: Linien auf dem Prüfstand

Auch Linien, die parallel bestimmte Strecken bedienen, kommen auf den Prüfstand: Die Stadträtin nennt etwa die Linien 104 und 105, die teilweise zusammengelegt werden könnten. Durch eine intelligente Abstimmung könnten Fahrten entfallen, ohne dass sich für die Nutzer die Taktung bedeutend ändere.

Zwei weitere Vorgaben hat Groß zudem gestellt: So muss die Anbindung des Neubaugebiets Bürgel-Ost sichergestellt sein – was die Ausweitung einer bereits bestehenden Linie bedeutet. Und Vertragskündigung von Subunternehmen sollen möglichst vermieden werden, um Strafzahlungen der Stadt auszuschließen.

Groß hofft, dass durch den Rückgang der Corona-Fälle auch das Busangebot wieder stärker genutzt wird, um weitere Ausfälle gering zu halten. Immerhin: Eine Kostenübernahme der Einnahmeausfälle für 2020 und dieses Jahr durch Bund und Land ist gesichert. Von Frank Sommer

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