Auf Areal des einstigen Parkdecks

Startschuss für Bau von  90 Wohnungen an Bahnhofstraße

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Blick von der Berliner Straße aus: Vier versetzt angeordnete Gebäude mit insgesamt 90 Wohnungen, die auf einem Hochparterre stehen, in dem Autos parken können – so sehen die Planer die künftige Bebauung des ehemaligen Parkdecks an der Bahnhofstraße.

Offenbach - Zentraler Wohnraum statt Parkdeck: Gestern fiel der Startschuss für den Bau von insgesamt 90 Wohnungen auf dem Areal zwischen Berliner und Bahnhofstraße. Der Bauherr und Projektentwickler Reiner Elischer steckt 22 Millionen Euro in das umstrittene Vorhaben. Von Matthias Dahmer 

Ob die vier fünf- bis siebenstöckigen, voneinander getrennten und versetzt stehenden Gebäude tatsächlich in die Umgebung passen, was insbesondere die CDU bezweifelt, das lässt sich abschließend erst im Frühjahr 2017 beurteilen. Dann soll das Ensemble aus höherwertigen Eigentums- und Mietwohnungen fertig sein. Gestern Vormittag ist erstmal Spatenstich: Unter sengender Sonne blickt Bauherr Elischer zurück auf anderthalb Jahre wechselvolle Planungszeit. Und ist voll des Lobes für eine kooperative und schnell arbeitende Stadtverwaltung. Wenn es ein Ranking in Sachen Zusammenarbeit bei Bauprojekten geben würde, sagt der Schwabe mit Firmensitz in Frankfurt, dann stünde Offenbach ganz oben auf der Liste. Oberbürgermeister Horst Schneider, dem Elischer zudem dankt, dass er das Projekt auf politischer Ebene vorbehaltlos verteidigt habe, vernimmt so etwas sicher gern.

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Bauprojekt kostet Parkplätze

Der Kaufpreis fürs ehemalige städtische Parkdeck wird auch gestern nicht genannt. Immerhin betont der OB, die Stadt habe mit dem Grundstücksverkauf zwei Millionen Euro „erwirtschaften“ können. Das Projekt passt für Schneider zum städtebaulichen Ziel, Offenbach aus dem Kern heraus zukunftsfähig zu machen. Die einstigen Parkflächen seien unter dem nicht mehr zeitgemäßen Leitbild der autogerechten Stadt entstanden, als die Berliner Straße noch vierspurig gewesen und man durch Offenbach hindurch gerauscht sei, so Schneider. Ganz ohne Parkplätze geht es bei dem geplanten Neubau mit der offiziellen Adresse Berliner Straße 160 indes nicht; zumal Parkhäuser in der Nähe Mangelware sind. Auf dem 3 000 Quadratmeter großen Grundstück soll die Hälfte der bisherigen öffentlichen Parkplätze erhalten bleiben. In einer Tiefgarage werden 63 Stellflächen für die künftigen Bewohner geschaffen, in einem Hochparterre – erst darüber wird gewohnt – entstehen 69 öffentliche Parkplätze.

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Wie Reiner Elischer erklärt, ist er verpflichtet, 0,5 Pkw-Stellplätze pro Wohnung zu schaffen, in Frankfurt sei das Verhältnis 1:1. Dafür laute in Offenbach seine Vorgabe, für jede Wohnung zwei Fahrrad-Stellplätze zu errichten. Womit die künftigen Bewohner über insgesamt 180 Drahtesel-Parkplätze verfügen können.

Die Ein- bis Fünf-ZimmerWohnungen mit ihren bodentiefen Fenstern und Fußbodenheizungen sind nach Süden ausgerichtet, die Balkons von der Bahnhofstraße etwas zurückgezogen positioniert. Entlang der Berliner soll die Baumreihe fortgeführt werden, die bislang nur bis hin zur Luisenstraße reicht. Auf dem Areal auf dem künftig gewohnt wird, stand einst der Bahnhof der Lokalbahn von Frankfurt nach Offenbach. Nach dessen Abriss kamen dort Tankstelle und Parkdeck hin.

Die Nutzung sollte schon seit langem verändert werden. Auch Gewerbeansiedlung war im Gespräch. Der städtische Wirtschaftsförderer Jürgen Amberger führte in den vergangen drei Jahren zirka 20 Gespräche mit Investoren, die jedoch teils eine städtebaulich nicht gewollte Nutzung vorhatten.

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