Konzern äußert sich zu Plänen für Jobverlagerung

Areva in Offenbach vor Aus

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Offenbach/Erlangen - Dem Areva-Standort in Offenbach droht das Aus. Alternative Pläne zur Jobverlagerung scheinen chancenlos. Von Marc Kuhn 

Schlechte Nachrichten für die etwa 700 Beschäftigten des krisengeschüttelten französischen Kernkraftwerksspezialisten Areva am Standort Offenbach: Die IG Metall rechnet damit, dass die Geschäftsführung ein Konzept der Arbeitnehmer für die Zukunft der Arbeitsplätze ablehnen wird. Am Freitag findet eine Betriebsversammlung statt, auf der die Geschäftsleitung über ihre Haltung informieren will, wie die erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, Marita Weber, gestern unserer Zeitung sagte. Ein Unternehmenssprecher erklärte, die endgültige Entscheidung werde erst heute fallen. Im April hatte Areva mitgeteilt, dass die Arbeitsplätze von Offenbach aus an andere Standorte in Karlstein und Erlangen verlagert werden sollen. Dort solle allen Angestellten ein Arbeitsplatz angeboten werden. Das Unternehmen berichtete damals zudem, es werde sich auch mit alternativen Vorschlägen der Sozialpartner beschäftigen.

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Rund 70 Mitarbeiter von Areva aus Offenbach sind gestern nach Erlangen zum Sitz des französischen Konzerns in Deutschland gefahren, um für ihre Arbeitsplätze zu kämpfen. Symbolisch hätten sie Klappstühle mitgebracht, um zu zeigen, dass sie keine sicheren und dauerhaften Arbeitsplätze mehr hätten, teilte die IG Metall mit. „Die Geschäftsführung plant die Aufgabe des Standortes in Offenbach und alle Mitarbeiter sollen sich bedingungslos nach Erlangen und Karlstein versetzen lassen,“ erklärte Weber. Die Betriebsräte aller drei deutschen Areva-Standorte hätten der Geschäftsleitung „ein wirtschaftlich tragfähiges alternatives Konzept vorgelegt, in dem es auch eine Zukunft für den Areva- Standort Offenbach gibt“, so die Gewerkschaft. Der Offenbacher Betriebsratsvorsitzende Christoph Storz forderte die Geschäftsführung auf, dieses Konzept in die Unternehmensentscheidungen einzubinden und alles zu tun, um den Standort Offenbach zu erhalten. Im Jahre 2014 hatte Areva einen Rekordverlust von 4,8 Milliarden Euro eingefahren.

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