700 Mitarbeiter betroffen

Areva prüft Schließung des Standorts Offenbach

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Gegen die Schließung des Areva-Standorts am Kaiserlei demonstrierten Mitarbeiter mit Plakaten und Bannern.

Offenbach - Paukenschlag bei Areva in Offenbach: Das Unternehmen droht mit einer Verlagerung der 700 Jobs an andere Standorte. Mit den Sozialpartnern wurden bereits Gespräche aufgenommen. Von Marc Kuhn

Der krisengeschüttelte französische Kernkraftwerksspezialist Areva stellt den Standort Offenbach in Frage. Die Geschäftsführung wolle mit den Sozialpartnern über eine Verlagerung der etwa 700 Mitarbeiter bis spätestens Mitte 2016 an die Standorte Karlstein und Erlangen sprechen, teilte das Unternehmen heute mit. Dort solle allen Angestellten ein Arbeitsplatz angeboten werden. „Wir schlagen vor, die Ingenieur- und Entwicklungsaktivitäten in Offenbach räumlich mit unseren Fertigungsstandorten und Test- und Versuchseinrichtungen in Karlstein und Erlangen zusammenführen“, erklärte Stefan vom Scheidt, Sprecher der Geschäftsführung von Areva in Deutschland.

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Der Aufsichtsrat von Areva hatte heute Vormittag in Offenbach getagt. Hunderte Mitarbeiter protestierten vor der Niederlassung für den Erhalt des Standorts. Am Nachmittag sind sie über die Pläne der Geschäftsführung im Capitol informiert worden. „Damit ist zwar unsere Befürchtung heute nicht eingetroffen, aber die Schließung ist noch nicht vom Tisch“, erklärte Marita Weber, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, unserer Zeitung. Es sei jetzt notwendig über Alternativen nachzudenken. „Die Verantwortlichen bei Areva wären gut beraten, konstruktiv mit den Vertretern der Belegschaft an einer Lösung zum Erhalt der Arbeitsplätze in Offenbach zu arbeiten“, sagte Weber. Der Betriebsratsvorsitzende von Areva, Christoph Storz, erklärte: „Bisher habe ich Areva eher als sozialen Arbeitgeber wahrgenommen, ich hoffe, dass dies auch zukünftig für die Beschäftigten so bleibt.“

Demo gegen Schließung von Areva in Offenbach

Demo gegen Schließung von Areva in Offenbach

Areva befinde sich in einem schwierigen Marktumfeld, sagte ein Sprecher des Unternehmens unserer Zeitung. Er verwies auf niedrige Strompreise und Probleme beim Rückbau von Atomkraftwerke in Deutschland. „Die Konsolidierung soll das Standortkonzept des Unternehmens optimieren, die Zusammenarbeit zwischen den Teams verbessern und so zu strukturellen Kostensenkungen beitragen“, berichtete Areva. Die Geschäftsführung werde sich auch mit alternativen Vorschlägen der Sozialpartner beschäftigen. 2014 hatte Areva einen Rekordverlust von 4,8 Milliarden Euro gemacht.

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