Management hält an Jobverlagerung fest

Areva verlässt Offenbach

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Symbolbild

Offenbach - Der französische Kernkraftwerksspezialist Areva gibt den Standort Offenbach auf. Scharfe Kritik kommt von der IG Metall Offenbach und dem Betriebsrat. Von Marc Kuhn 

Die Geschäftsführung halte trotz eines Alternativkonzepts der Arbeitnehmer an der Verlagerung der Jobs fest, wie Areva gestern am deutschen Hauptsitz in Erlangen mitteilte. Im April hatte die Firma angekündigt, die Stellen nach Erlangen und Karlstein verlagern zu wollen. Die Arbeitnehmervertreter haben ein Alternativkonzept erarbeitet, das das Management der Areva GmbH analysiert hat. „Die Geschäftsführung hat den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Ergebnisse erläutert und dabei deutlich gemacht, dass sie an der geplanten Standortverlagerung festhalte“, erklärte Areva.

Nur so könne die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in dem Maße gesteigert werden, wie es die Marktsituation erfordere. „Wir werden jedem Offenbacher Mitarbeiter einen Arbeitsplatz anbieten, je nach Aufgabenbereich in Erlangen oder Karlstein, denn am Standort Offenbach gibt es zahlreiche Kompetenzen, die für Areva in Deutschland wichtig sind“, bekräftigte Stefan vom Scheidt, Sprecher der Geschäftsführung von Areva. Die Standortverlagerung soll Mitte 2016 abgeschlossen sein. Derzeit arbeiten bei Areva in Offenbach rund 700 Menschen.

Demo gegen Schließung von Areva in Offenbach

„Dies ist für die Beschäftigten und ihre Familien ein schwarzer Tag,“ erklärte Marita Weber, erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach. „Eine Standortschließung führt zu massiven sozialen Problemen wie Trennung von den Kindern und des Partners. Eine Standortschließung kann nie sozialverträglich sein.“ Beschäftigte, die nach Erlangen versetzt werden, treffen nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter auf Jobs, die nicht dauerhaft gesichert sind. „Daher müssen die Betroffenen damit rechnen, dass sie in absehbarer Zeit erneut den Arbeitsplatz wechseln müssen oder ihn gänzlich verlieren,“ sagte Christoph Storz, Betriebsratsvorsitzender in Offenbach. IG Metall und Betriebsrat forderten die Führung von Areva auf, gemeinsam Ideen für künftige Märkte zu erarbeiten, damit alle Standorte erhalten bleiben. Das Unternehmen verbuchte 2014 einen Rekordverlust von etwa 4,8 Milliarden Euro.

Nach dem beschlossenen Aus soll noch in diesem Monat über einen Interessenausgleich für die 700 Beschäftigten verhandelt werden. An diesem Freitag will das Unternehmen die Mitarbeiter über Details der Schließung informieren. Ein vom Betriebsrat vorgelegtes Alternativkonzept habe das Unternehmen abgelehnt.

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