Sanierungskonzept für die Helfer

Offenbach - Mit einer neuen Spitze und einem ehrgeizigen Sanierungsplan will der Arbeiter-Samariter-Bund Mittelhessen, der seinen Sitz in Offenbach hat, gegen die bedrohliche finanzielle Schieflage kämpfen. Erklärtes Ziel: Einsparungen von einer Million Euro pro Jahr. Von Matthias Dahmer

Zur Schließung der aktuellen Liquiditätslücke will der Landesverband eine Darlehensverpflichtung in Höhe von 450.000 Euro übernehmen. Zudem zahle man die Hälfte der gesamten jährlichen Projektförderung von 150.000 Euro an den Regionalverband, teilte Landesverbands-Chef Jörg Gonnermann gestern mit. Im Übrigen fordert der bereits Ende 2011 eingesetzte Sanierungsbeirat, dass die Leistungen effizienter erbracht und die Erlöse gesteigert werden müssten. Zudem müsse bei den Mitarbeitern das Kostenbewusstsein geschärft werden.

Spekulationen über die Streichung bestimmter Angebote seien nicht angebracht, betriebsbedingte Kündigungen wolle man möglichst vermeiden, sagte Marcus Schönbach, kommissarischer Vorsitzender des einschließlich ehrenamtlicher Mitarbeiter etwa 520 Beschäftigte zählenden Regionalverbands. Schönbach führt das Amt des langjährigen Vorsitzenden Rolf Pulst aus Karben, der vor kurzem aus persönlichen Gründen zurückgetreten war. Schönbach räumte ein, das alte Management habe Fehler gemacht.

Viele Fragen offen

Als neuer Geschäftsführer wurde am vergangenen Donnerstag bei einer Betriebsversammlung im Bürgerhaus Rumpenheim Ulrich Müller aus Frankfurt vorgestellt. Er löst den erkrankten Holger Weiß in Offenbach ab.

Wie zu hören war, sind auch nach der Betriebsversammlung viele Fragen offen. So ist seit Monaten der Unmut unter den Fahrern der Krankentransporte groß, die nach unbestätigten Angaben derzeit auf einen Nettostundenlohn von 6,30 Euro kommen und denen höhere Löhne versprochen waren.

Den größten Änderungsbedarf sieht der Sanierungsbeirat bei den beiden vom ASB in Offenbach betriebenen Kitas. Dort hat man mit Rücksicht auf pädagogische Konzepte bislang auf eine Vollbelegung verzichtet. Der ASB Mittelhessen, der 2009 aus den Orts- beziehungsweise Kreisverbänden Marburg, Gießen, Wetterau, Offenbach und Großkrotzenburg hervorgegangen ist, kommt auf einen Umsatz von 15 Millionen Euro im Jahr. Er ist mit 35 000 Mitgliedern der bundesweit zweitgrößte Regionalverband dieser Wohlfahrtsorganisation.

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