Pro Bürgel

Lokale Klimaroute: Atmosphärische Störung

Bürgel - Immer wieder die Baumkübel, immer wieder die Klimaroute. Der  Disput um beide Projekte ebbt nicht ab. Der Verein Pro Bürgel erinnert in schöner Regelmäßigkeit daran. Aktuell geht’s um die Klimaroute mit den lokalen Stationen „Flussatmosphäre“ und „Flussvögel“. Von Martin Kuhn

Auf seiner Internetseite hat der Verein dazu eine Antwort des Oberbürgermeisters auf mehrere Fragen veröffentlicht.

Zur Erinnerung: Der Verein hatte die „verkopfte Ausgestaltung des Vogelhotels“ auf dem abgesägten Freileitungsmast des WSV-Geländes kritisiert, den er selbst lieber zu einer Aussichtsplattform umgestaltet hätte. Was für Bürgeler jedoch schwerer wiegt, ist die „Zerschneidung der Wiese am Reichstag“. Auch der Architekt Gerhard Plath fasste sich an den Kopf und griff dann zur Tastatur, um dem Regierungspräsidenten einen Brief zu schreiben, Darin heißt es: „Kein Bürgeler hat von diesem Projekt auf dem Paradeplatz von Bürgel, dem Reichstag von 1018, etwas erfahren. Nun steht dort ein jahrmarktähnliches Gestell, welches der HfG geschuldet ist.“

Woher kommt das Geld?

Die jeweils mitschwingende Frage: Kann sich die hochverschuldete Stadt Offenbach solch „überkandidelte Stationen“ (Pro Bürgel) überhaupt leisten? OB Horst Schneider stellt zunächst klar, dass es sich bei der Klimaroute um ein Projekt für das gesamte Rhein-Main-Gebiet handelt. „Es wurde von der Europäischen Union in einem Förderschwerpunkt für innovative Freiraumentwicklung mitfinanziert. Federführend war der Regionalverband“, heißt es weiter.

Kritik an der mangelnden Bürgerbeteiligung kann der Verwaltungschef nicht nachvollziehen. Er verweist unter anderem auf Internetseiten (www.cchangeproject.org; www.klimaroute.de), Pressekonferenzen, über die in verschiedenen Medien berichtet wurde, oder den Rundgang der HfG, bei dem Interessenten Gelegenheit hatten, „sich zu informieren und zu beteiligen“.

Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte

Zur Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte: Bei den für jede Station erarbeiteten „Maßnahmensteckbriefen“ gebe es eine Rubrik zum historischen Hintergrund – ein Hinweis auf den Bürgeler Reichstag sei angegeben. Und wie sieht es mit der baulichen Umsetzung aus? Bei der Ideenfindung, von drei HfG-Professoren betreut, seien Studenten und Designer bei der Lösungsfindung für verschiedene Klimaphänomene vollständig frei gewesen. Am Reichstag wollten sie einen Steg, der einen attraktiveren Blick aufs Wasser ermöglicht hätte. „Im Zuge der Umsetzungsplanung wurde dieser Teil der Idee wieder verworfen.“ Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sei bereits 2010 informiert worden und „hatte keine grundsätzlichen Einwände. Ihre Einwände bezogen sich lediglich auf die Verankerung an der Kaimauer.“

Auch die Kritik am „Vogelhotel“ wird entkräftet: Die Klimaroute sei als touristische Route entlang des Flusses angelegt, alle Stationen seien direkt am Mainuferweg angeordnet. Die von Pro Bürgel angeregte Position am Schultheisweiher sei aus diesem Grund nicht geeignet. „Außerdem sollte der zum Teil abgerissene Strommast durch die Umnutzung in Wert gesetzt werden.“

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Rubriklistenbild: © dpa

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