Nach Attacke auf Fernsehteam

„Kein Platz für radikale Menschen in Offenbach“

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Auch Fritz Frey von "Report Mainz" verurteilte die Attacke.

Offenbach - Der Angriff auf ein Fernsehteam vor der Tauhid-Moschee an der Karlstraße ruft offizielle Reaktionen hervor. „Für radikale Menschen ist in Offenbach kein Platz“, unterstreicht SPD-Fraktionschef Andreas Schneider.

Sorgen über eine Radikalisierung jugendlicher Muslime macht sich SPD-Parteichef Felix Schwenke, Sozial- und Ordnungsdezernent. Es sei zwar gut, dass sich Imam Taher Nawaz in einer ersten Stellungnahme deutlich von den Angriffen distanziert habe. Das reiche aber nicht. Schwenke: „Wir hoffen, dass die friedlich in Offenbach integrierten muslimischen Gemeinden diesen Angriff auch als Angriff auf sich selbst sehen.“ Er fordert eine Erklärung des Moschee-Vorstands, dass sich so etwas nicht wiederholen soll.

Schwenke wie Schneider betonen: „Was nicht passieren darf, ist, dass sich eine Islamfeindlichkeit ausbreitet. Pauschalisierungen helfen nicht weiter.“ Bisher habe das Zusammenleben funktioniert, auch aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit der ausländischen und muslimischen Gemeinden.

So sieht es auch der Vorsitzende des Ausländerbeirats, Abdelkader Rafoud. Er zeigt sich „entsetzt und schockiert von den Angriffen auf die journalistische Freiheit und die demokratische Ordnung“. Der Beirat lehne jegliche Form von Radikalismus und Extremismus ab, ob politisch oder religiös. Bislang habe der interreligiöse und interkulturelle Austausch gut funktioniert. Vorfälle wie dieser machten die Arbeit von 40 Jahren zunichte.

Die Grünen drücken angesichts der die Angriffe auf TV-Leute und Rabbiner tiefe Abscheu vor politisch oder religiös motivierter Gewalt aus. Diese sei nicht zu dulden, man werde sich für den Ausbau präventiver Programme zur Förderung der religiösen Bildung engagieren, kündigte Fraktionsvorsitzende Susanne Schmitt an. Religiöse Aufklärung an Schulen müsse auch die Elternarbeit einschließen. Pädagogen in Schulen, Jugendzentren und Kitas dürften die tägliche Realität nicht verharmlosen oder verdrängen. „Es braucht Mutmacher, die gemeinsam mit den Vertretern der unterschiedlichen Glaubensrichtungen für Aufklärung und Verständnis für das Andere bei Kindern und Jugendlichen sorgen“, fordertSchmitt.

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Für morgen haben der Offenbachs Ausländerbeirat und Integrationsdezernent Schwenke Vertreter aller islamischen Gemeinden zu einer Sondersitzung gebeten. Ziel soll eine gemeinsame Erklärung sein.

(fel/mt/tk)

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