„Auch besser für die Seele“

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Kamen erfolgreich zurück: Die Helfer der Aktion „Sauberhafter Geschäftstag“, zu dem der ESO und die Stadt gestern geladen hatten. Außer von Taschentüchern und Zigarettenkippen, befreiten die Teilnehmer die Innenstadt auch von größeren Gegenständen wie einem abgestellten Bürostuhl.

Offenbach ‐ Es ist perfektes Müllräumwetter. Kein starker Wind, der Papier und Dreck verweht. Keine Hitze, die jede Bewegung zur sportlichen Betätigung macht. Und kein Regen, der Zigarettenkippen aufweicht, bevor sie in den blauen Müllsäcken verschwinden. Von Katharina Platt

Die guten Bedingungen sorgen für eine ausgelassene Stimmung unter denjenigen, die sich gestern in ihrer Mittagspause auf dem Stadthof eingefunden haben, um achtlos weggeworfenem Unrat den Kampf anzusagen. „Sauberhafter Geschäftstag“ nennt sich die Aktion, die Bürohengste aus dem Drehstuhl hilft und aus Anzugträgern für eine Stunde Saubermänner macht. Etwa 60 Angestellte schlüpften während ihrer Mittagspause in orangefarbene Westen und griffen zu Müllsack und Zange. „Wir sind angenehm überrascht über die vielen Teilnehmer“, sagte Organisator, ESO-Pressesprecher Oliver Gaksch.

Schon bei der ersten Veranstaltung der Reihe „Hessens Sauberhafte Stadt 2010“ hatten sich viele Bürger beteiligt. Drei weitere Projekttage sollen folgen. Bisher belegt Offenbach von 17 teilnehmenden Städten Platz drei.

Hoch motiviert machen sich Mitarbeiter des ESO, der SOH, des Ringcenters, des Stadtkonzerns, der ODG, der Apotheke zum Löwen und von Hörgeräte Bonsel an die Arbeit. „Wir übernehmen Verantwortung für unsere Stadt“, sagt Tatjana Endres, von NIO (Nahverkehr in Offenbach) und fischt im Grün zwischen den ersten Gänseblümchen nach einer Zigarette. Ihre Kollegin Ulrike Rassloff pflichtet ihr bei: „Wenn jeder etwas mehr auf seinen Müll achten würde, könnte die Stadt ganz anders aussehen.“ Beherzt arbeiten sie sich voran, bis die Wiese um das Tempelchen müllfrei ist.

Göran Schmidt von Hörgeräte Bonsel ist am Mainufer zugange. „Ich habe ein Interesse daran, dass die Leute gerne nach Offenbach kommen“, sagt der Filialleiter. „Hiermit kann ich einen bescheidenen Beitrag leisten.“ Während seine Kollegen im Laden die Stellung halten, füllt sich langsam der blaue Beutel in seiner Hand. Vor allem Zigarettenstummel und Taschentücher pickt er auf. Andere stoßen auf größeren Unrat. In einem Einkaufswagen fahren Helfer einen alten Bürostuhl an.

Auch Sauberkeitsdezernent Paul-Gerhardt Weiß ist nicht untätig. Der Stadtrat wagt sich in eine der dreckigsten Ecken der Innenstadt und kommt mit vollem Beutel zurück. „Ich bin sehr zufrieden. Das war keine rein symbolische Aktion“, versichert er. Die Teilnehmer, die sich bei Getränken und Suppe stärken, sind sich sicher, dass nicht nur sie sich besser fühlen. „Ein gepflegtes Umfeld ist auch besser für die Seele,“ meint Dajana Hamilton von der Apotheke zum Löwen.

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