Auch St. Josef baut für die Jüngsten

+
Da packen die Kita-Kinder der katholischen Gemeinde St. Josef gern mit an: Der offizielle Spatenstich für den Erweiterungsbau klappt jedenfalls schon ausgezeichnet.

Offenbach - Gute Betreuung, frühe Förderung: Es ist eine wichtige Zukunftsaufgabe und gleichzeitig eine jener Pflichten, um die selbst hoch verschuldete Städte wie Offenbach nicht herum kommen. Von Martin Kuhn

Bis zum Jahr 2013 soll es bundesweit im Durchschnitt für jedes dritte Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz geben. Bürgermeisterin Birgit Simon (Grüne) sieht Offenbach auf gutem Weg und innerhalb des gesteckten Plans. Die exakten Zahlen erstellt die Verwaltung jeweils im November. Stadtkämmerer Michael Beseler (SPD) hat 1,5 Millionen Euro für zusätzliche Kita-Kapazitäten im Haushalt vorsorglich eingeplant.

Daher ist auch ein – im Vergleich zu den kommunalen – kleines Projekt bedeutsam: Und das baut die katholische Gemeinde St. Josef. Die Buben und Mädchen sind zum offiziellen Spatenstich bestens vorbereitet: Mit roten, blauen, grünen und gelben Schippen legen sie auf dem Kirchengelände los. Das Engagement der Kleinen freut Pfarrer Michael Kunze und Bürgermeisterin Birgit Simon. Dass sie zu solchen Anlässen geladen wird, ist üblich. Schließlich arbeitet die Stadt bei der Kinderbetreuung eng mit allen freien Trägern zusammen – sei es die Kirche, der ASB oder andere Einrichtungen. Ohne deren Mitwirken wäre die gesetzliche Vorgabe wohl nicht zu schaffen. „Mit vereinten Kräften“, so Simon, „schaffen wir das.“

Neue Räume für 20 Krabbelkinder

Der Stadtverwaltung kommt dabei stets eine entscheidende Rolle zu. Sie beantragt und leitet die Investitionszuschüsse weiter. Bei dem Neubauprojekt der katholischen Gemeinde sind’s etwa 300.000 Euro – nahezu ein Drittel der Baukosten. Etwa 500 Quadratmeter zusätzlich entstehen auf einer Wiese, die bislang für Pfarrfeste und Fußballpartien genutzt wurde. „Wir schaffen neue Räume für zwanzig Krabbelkinder“, freut sich Leiterin Ilse Jochum. Sie möchte mit ihrem Team ab 1. April 2012 in zwei Gruppen jeweils zehn Kinder ab einem Jahr aufnehmen. Gruppen-, Schlaf- und Bewegungsräume sind obligatorisch, ein sogenannter Töpfchenraum bei einem solchen Projekt unumgänglich. Zudem vorgesehen: drei zusätzliche Hort-Räume.

Damit wächst die Einrichtung, 1953 direkt neben der St. Josef Kirche erbaut, ordentlich an. Inhaltlich bleibt man sich treu: In kindgemäßer Form werden Zugänge zu der Botschaft Jesus geschaffen und Erfahrungen kirchlichen Gemeindelebens vermittelt. Und wo kicken die Buben und Mädchen künftig? „Da findet sich garantiert ein Stück Rasen“, verspricht Ilse Jochum sportliche Betätigung.

Die 20 Krabbelplätze von St. Josef – so gering die Zahl auch erscheint – hilft der Stadt. Vor einem Jahr hatte sie ausgerechnet, dass bis 2013 weitere 459 Plätze für die Kleinsten geschaffen werden können. Mit dann 1280 Plätzen wären voraussichtlich 35 Prozent aller unter Dreijährigen in Offenbach versorgt. „Diese Quote entspricht einer Empfehlung der Bundesregierung. Und da kommen wir hin“, betont die Bürgermeisterin. Im November werden die aktuellen städtischen Zahlen zeigen, ob ihre Zuversicht gerechtfertigt ist. Offensichtlich wird nicht wild drauflos gebaut. „Wir wollen die Plätze nachfragegerecht bauen“, so die Grünen-Politikerin. Bei allgemein dünnen Finanzdecken ist das nicht die schlechteste Idee...

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare