Auch Männer mögen es gepflegt

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Barbara Kapitulski (links) und Olga Eigenseer machen sich an die Arbeit. Die Kundin möchte schnelles Make-Up. 

Offenbach ‐ „Sie haben schöne, mandelförmige Augen, aber leichte Schlupflider und sehr trockene Haut.“ Schon ein kurzer Blick genügt Barbara Kapitulski, um Stärken und Schwächen im Gesicht ihrer Kundinnen festzustellen. Von Veronika Szeherova

Die erfahrene Kosmetikerin zwinkert: „Ich habe schon einige Ideen, was wir mit Ihnen machen - Sie werden bald zum Schwan!“ Der Weg in die Ludwigstraße 83 führt schönheitsbewusste Frauen nicht nur in den renommierten Friseursalon von Martina Acht. Auch im Kosmetikstudio „Wellness Art“, das neu im hinteren Teil des Salons eingerichtet wurde, wird dem Verlangen nach dem optimalen Äußeren gefrönt. Barbara Kapitulski, nach eigener Aussage „seit Jahrzehnten Kosmetikerin mit Leib und Seele“, sowie ihre Kolleginnen Olga Eigenseer und Tamara Seitz widmen sich der Aufgabe, die Damenwelt schöner, gesünder und zufriedener zu machen.

„Größten Wert legen wir auf ganzheitliche Behandlung“, erzählt Kapitulski. „Es genügt nicht, trockene Haut bloß mit Feuchtigkeitsöl zu behandeln, ohne auch von innen etwas für den Wasserhaushalt zu tun.“ Daher bespreche sie mit Kundinnen stets auch ihr jeweiliges Essverhalten und Faktoren wie Stress, der sich häufig an der Haut bemerkbar mache.

Eröffnung des Zweitstudios ergab sich eher zufällig

Eine konsequente Verbesserung des Hautbildes sei das Ziel der Behandlung, betont die Schönheitsexpertin. Und schwärmt von den natürlichen, rein pflanzlichen und mineralischen Inhaltsstoffen, die für jede Kundin speziell vorbereitet werden. Die Behandlung geht zurück auf Gertraud Gruber, die vor 55 Jahren am Tegernsee die erste Schönheitsfarm Europas gründete und heute, mittlerweile 88-jährig, als „Grande Dame“ der Kosmetik und Vorreiterin der Wellness-Bewegung gilt. Kapitulski übernahm von ihr vor acht Jahren ein Kosmetikinstitut in Rödermark-Waldacker und führt dort die Arbeit im Sinne ihrer Lehrmeisterin fort. „Frau Gruber hat neben dem Bundesverdienstkreuz für ihre Arbeit viele Auszeichnungen erhalten,“, erzählt die Kosmetikerin nicht ohne Stolz.

Nach zehn Minuten ist sie fast fertig.

Die Eröffnung des Zweitstudios in Offenbach ergab sich eher zufällig: „Viele treue Kundinnen kamen aus Offenbach bis nach Rödermark und wünschten sich, dass unser Studio näher wäre. Als die Kabine hier im Friseursalon von Martina Acht frei wurde, überlegten weder sie noch ich lange.“ Barbara Kapitulski und ihr Team wechseln sich nun wöchentlich an beiden Standorten ab.

Sie halten sich an die Regel, so wenig Chemie wie möglich anzuwenden. Kapitulski: „Paraffine sind in unseren Produkten nicht enthalten, und es werden auch keine Tierversuche durchgeführt. Der gesundheitliche Aspekt steht immer an vorderster Stelle.“

Klassische Behandlung am beliebtesten

Das ist ihrer Meinung nach nicht selbstverständlich: Auch handelsübliche Gesichtscremes seien mit Vorsicht zu genießen. „Sie bestehen meist nur aus Wasser und Paraffinöl, das die Haut nicht atmen lässt“, warnt die Kosmetikerin. „Das ist fatal, denn die Haut ist das größte und wichtigste Entgiftungsorgan. Der gesunde Menschenverstand sollte einem sagen, dass man für 2,49 Euro kein hochwertiges Produkt erwerben kann.“ Gleichzeitig sei die teuerste Creme aber auch nicht unbedingt die Beste.

Zur ganzheitlichen Behandlung gehören auch übrigens klassische Massagen und „Hot-Stone“-Massagen. Am häufigsten gebucht werde aber nach wie vor die klassische Behandlung nach Gertraud Gruber für 52 Euro. Auch Männer wüssten zunehmend die Vorzüge der Gesichts- und Handpflege schätzen, erzählt Kapitulski lächelnd. „Meistens werden sie beim ersten Mal von ihrer Frau angeschleppt oder haben einen Gutschein geschenkt bekommen. Haben sie aber einmal Blut geleckt, bleiben sie.“

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