Offenbacher Wahlamt auf Flut von Briefwahlstimmen vorbereitet

Hygiene-Kiste für den Wahlvorstand

Es muss niemand mit einer Zwangsverpflichtung als Wahlhelfer rechnen.
+
Es muss niemand mit einer Zwangsverpflichtung als Wahlhelfer rechnen.

Wie es am 14. März ausgehen wird, ist offen. Doch klar ist schon jetzt: Die Kommunalwahl wird fürs städtische Wahlamt ein Kraftakt. Es wird ein Urnengang unter Pandemiebedingungen, für den es keine Blaupause gibt; hinzu kommt, dass in Hessen zugleich die Ausländerbeiräte zu wählen sind.

Offenbach - Seit Sommer vergangenen Jahres bereiten Wahlamtsleiter Thorsten Nowak und sein sechsköpfiges Team die Doppelwahl am 14. März vor. „Corona wurde dabei natürlich immer mitgedacht“, sagt Nowak. So ist es der Pandemie geschuldet, dass der Wahlsonntag im März ein wenig anders laufen wird als andere zuvor. Das fängt schon bei der Briefwahl an. Weil das Virus vermutlich viele davon abhalten wird, ihre Kreuzchen im angestammten Wahllokal zu machen, hat man sich im Rathaus auf eine Flut von Briewählern eingestellt.

„Wir haben die Briefwahlbezirke von 12 auf 24 verdoppelt, halten deutlich mehr Unterlagen vor und werden bei Bedarf stundenweise von sechs Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ämtern unterstützt“, berichtet Amtsleiter Nowak. Wie viele Wähler die Möglichkeit tatsächlich nutzen, ist unklar. Die Zahl sei aber garantiert höher als bei bisherigen Wahlen.

Bereits ab 1. Februar kann per Briefwahl abgestimmt werden. Bis dahin ist auch das Lokal im 3. Stock des Rathauses betriebsbereit. „Wir haben dort für die Briefwähler eine Art Einbahnstraßen-System eingerichtet, so dass corona-gerechte Abstände gewahrt werden können“, so Thorsten Nowak.

Die Pandemie bestimmt auch den Ablauf am 14. März in den Wahllokalen: Jeder Wahlvorstand wird mit einer Hygiene-Kiste ausgestattet, das unter anderem FFP2-Masken, Desinfektionsmittel und Handschuhe enthält. Die Wahlhelfer werden hinter Plexiglas-Trennwänden sitzen und die Unterlagen durchreichen, und auch die Wahlkabinen sind entsprechend hergerichtet. Mit dem Wahlzettel bekommt jeder einen Stift ausgehändigt „Wer möchte, kann auch seinen eigenen Kugelschreiber mitbringen und damit sein Kreuzchen machen“, sagt der Wahlamtsleiter. Einzige Bedingung: Das Schreibutensil muss „dokumetenecht“ sein, wie es im Amtsdeutsch heißt. Sprich: Man darf das Kreuz nicht wieder wegradieren können. Was die Maskenpflicht am Wahlsonntag angeht, werde man sich an den dann geltenden Regeln orientieren, so Nowak. Für die Auszählung der Stimmen am Wahlabend gibt es abgesehen von den Corona-Regeln keine besonderen Richtlinien. Weil aber auch die Abstimmung zum Ausländerbeirat auszuzählen ist geht der Wahlamtsleiter davon aus, dass das vorläufige Endergebnis am 14. März erst gegen 22 Uhr vorliegen wird.

Die Verdoppelung der Briefwahlbezirke wird so gut wie keine Auswirkungen auf die Anzahl der Wahllokale haben. Insgesamt 79 werden eingerichtet, die sich auf 20 Schulen und die Räumlichkiten des ESO verteilen. Thorsten Nowak: „Wir haben uns bewusst gegen eine Verringerung entschieden, weil wir mit Blick auf Corona verhindern wollen, dass es zu Staus oder längeren Wartezeiten kommt.“

Mehr als 1000 Leute sind rund um die Kommunalwahl tätig, die Mehrzahl davon als Wahlhelfer in den Wahllokalen. Rund 850 Personen werden benötigt, bislang habe man um die 820 positive Rückmeldungen erhalten, sagt der Wahlamtsleiter. Zu den 30, die noch benötigt werden, kommen als Reserve für erforderliche Nachbesetzungen erfahrungsgemäß 20 bis 40 Kräfte hinzu. Thorsten Nowak ist zuversichtlich, das bis zum 14. März hinzubekommen. „Es muss niemand mit einer Zwangsverpflichtung rechnen, in Offenbach läuft das dank eines großen Pools an Helfern noch immer auf freiwilliger Basis“, betont der Wahlamtsleiter.

Von Matthias Dahmer

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare